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Verstanden

Neue Studie

Fruchtsaft - so schädlich wie Cola?

Wer eine Cola trinkt, weiß in der Regel schon, dass er sich da gerade eine Zuckerbombe reinkippt. Doch auch Säfte haben es in sich. Ob Multivitamin, Apfel oder Mango: Säfte sind echte Zuckerbomben. Eine neue Studie behauptet gar, dass Safttrinker eher sterben. "Fruchtsaft erhöht das Sterberisiko um 24 Prozent", "Zu viel Fruchtsaft kann das Leben verkürzen" oder „Fruchtsaft ist genauso schädlich wie Cola“. Solche Meldungen machen derzeit die Runde im Netz. Doch wie sieht es tatsächlich aus - was ist dran an solchen News? Hier kommt die süße Wahrheit über Säfte aus Obst.

Früher tot mit Fruchtsaft?

Anlass für die Berichterstattung ist eine US-Studie, die kürzlich im Fachblatt "Jama" erschienen ist. Das Forscherteam um Lindsay Collin geht in der Studie der Frage nach, wie sich der Konsum von zuckerhaltigen Getränken auf die Gesundheit auswirkt. Dafür werteten die Forscher Daten von 13.440 Menschen der Regards-Untersuchung aus und berücksichtigte zuckerhaltige Softdrinks sowie reine Fruchtsäfte.

Das Ergebnis ist alarmierend, denn Fruchtsäfte sind danach noch gesundheitsschädlicher als Cola oder Limo. Ein großes Glas Saft mit 350 Milliliter am Tag erhöht laut Studie das Risiko eines vorzeitigen Todes um fast ein Viertel mit 24 Prozent. Die gleiche Menge Cola erhöhte das Risiko lediglich um 11 Prozent.

Doch es gab auch Studien-Kritik, zum Beispiel, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handle, die zwar Zusammenhänge aufzeige, aber nicht Ursache und Wirkung beweisen und damit Gründe nennt. Auch waren die Trinkmengen sehr groß, die die meisten Menschen ohnehin nie trinken würden. Und doch bleibt die Frage:

Ist Cola gesünder als Fruchtsaft?

Ganz so einfach ist es nicht. Wenn die Leber mehr Fructose bekommt als sie verarbeiten kann, wird der Überschuss in Fett umgewandelt. Fruchtsaft enthält neben Glukose (Traubenzucker) auch Fructose, den sogenannten Fruchtzucker. Cola enthält Zucker, also Saccharose. Die besteht zu gleichen Teilen aus Glukose und Fruktose. Im Gegensatz zur Glukose wird Fructose jedoch insulinunabhängig verstoffwechselt, heißt das Gehirn erhält nach einer Ladung Fruchtzucker kein Sättigungssignal.

Somit wird zum einen weiter gegessen und getrunken, oft viel mehr als der Körper braucht. Zum anderen ist Fruchtzucker schwer verdaulich, denn sie muss im Darm erstmal in Glukose umgewandelt werden, damit sie überhaupt für den Körper nutzbar wird. Überschüssiger Fruchtzucker wandert leider direkt in die Leber und wird dort in Fett umgewandelt. Bei zu hohem Verzehr kann außerdem eine Fettleber entstehen.

In Fruchtsaftgetränken und Nektar aus dem Supermarkt ist häufig zudem zusätzlicher Zucker beigemengt, und: Sie haben so viele Kalorien wie Softdrinks. Außerdem fährt der Blutzuckerspiegel nach einem Glas Orangensaft und auch nach einer Cola grundsätzlich erstmal eine kleine Achterbahn. Zudem startet nach dem Verzehr der Cola die Insulinproduktion. Nach dem Abfall gibt es dann die klassische Heißhunger-Attacke.

Wann Säfte Krankheiten begünstigen

Die negative Wirkung von gezuckerten Softdrinks für die Gesundheit ist in Studien gut belegt. Regelmäßig konsumiert, erhöhen sie das Risiko für Krankheiten wie Karies, Übergewicht, Fettleber, Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes-Typ 2. Und auch zu den Säften gibt es diesbezüglich Untersuchungen. Forscher einer Studie der Harvard School of Public Health veröffentlichten bereits vor Jahren, dass ein zu hoher Saftkonsum das Diabetes-Risiko erhöhen kann.

Dabei macht es durchaus einen Unterschied macht, ob man sein Obst in flüssiger oder fester Form zu sich nimmt. Zudem stellten sie nämlich fest, dass das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken sogar sinkt, wenn man mindestens zwei Portionen frisches Obst pro Woche isst. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Obst als Ganzes zu essen. Zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse sollten es laut ihrer Empfehlung täglich sein.

Frisch gepresst gesund gefeiert?

Grundsätzlich empfehlen Ernährungsmediziner, wer abnehmen will, sollte von Supermarktsäften besser die Finger lassen. Ausnahme: frische kaltgepresste Säfte. Fakt ist, ein konservierter Fruchtsaft, der hocherhitzt wurde, enthält kaum noch Vitamine. Dieser Saft kann aus ernährungsphysiologischer Sicht niemals einen Apfel oder eine Mango ersetzen.

Vitamine sind sehr hitzeempfindlich und das Obst hält bei der Saftherstellung unter hohem Druck und Hitzeeinwirkung einiges aus: zerkleinern, auspressen und pasteurisieren. Dabei werden viele Vitamine zerstört. Deshalb sind Säfte nicht so gesund wie frisches Obst. Die meisten Vitamine sitzen ohnehin direkt unter der Schale, die oft nicht mit verwendet wird. Damit gehen Vitamine, Mineralstoffe sowie kostbare sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe verloren.

Fruchtnektar und Fruchtsaftgetränke sind oft stark nachgesüßt. Doch auch Direktsaft wird wie Saft aus Konzentrat erhitzt und haltbar gemacht. Ernährungsexperten empfehlen deshalb kaltgepresste Säfte. Immer mehr werden sie in Supermärkten angeboten. Jedoch können sie leicht selbst hergestellt und als Schorle genossen werden.

(gmv)

Datum: 06.06.2019
Rubrik: Service & Wissen
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