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Verstanden

Studien belegen

Länger leben durch schnelles Gehen

Spaziergänge tun dem Körper gut. Das weiß jedes Kind. Doch wer schneller geht, ist dem Tod offenbar einen Schritt voraus. Das bestätigte eine kürzlich veröffentlichte Studie von australischen Forschern. Die Wissenschaftler konnten einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Schrittgeschwindigkeit und dem Sterberisiko älterer Menschen feststellen. Da stellt sich die Frage: Wie schnell muss man laufen, um den Tod zu verzögern?

Dem Tod davonlaufen

Manche Forscher empfehlen konkret eine Schrittgeschwindigkeit von 4,8 km/h als optimal. Andere raten zu einer Geschwindigkeit, die uns auf Dauer leicht zum Schwitzen bringt, und bei der wir außer Atem kommen. Laut Forscher wird das Risiko, während des Untersuchungszeitraums zu sterben, bei mittlerem Tempo um 20 Prozent reduziert, bei hoher Geschwindigkeit sogar um 24 Prozent. "Hohe Gehgeschwindigkeit bedeutet etwa fünf bis sieben Kilometer in der Stunde", erklärt Professor Emmanuel Stamatakis, der Erstautor der Veröffentlichung“.

In Großbritannien nahmen für die Studie insgesamt mehr als 50 000 Menschen teil. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "British Journal of Sports Medicine" veröffentlicht und Daten von 1991 bis 2008 ausgewertet und berücksichtigt, ob sich die Teilnehmer insgesamt viel oder wenig bewegten und welche Strecken sie normalerweise zurücklegten. "Unsere Analysen deuten darauf hin, dass schnelleres Gehen ein direkter und einfacher Weg zu einem gesünderen Herzen ist und sich Sterberaten damit senken lassen", resümiert Professor Stamatakis.

Aktiv und fit ins hohe Alter

Besonders auffällig war der Zusammenhang zwischen Gehgeschwindigkeit und verringerter Sterberate bei Menschen über 50 Jahre, die sich körperlich verhältnismäßig wenig aktiv verhielten und keine besonders anstrengenden Aktivitäten unternahmen.

Eine weitere neu veröffentlichte Studie, die von einem Team des Leicester Biomedical Research Centre durchgeführt wurde, hat ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und der durchschnittlichen Geschwindigkeit aufgedeckt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in „Mayo Clinic Proceedings“. Für ihre Untersuchung hat das Forscherteam Körperfettanteil und Gewicht von 475.000 Teilnehmern gemessen und die Probanden zu ihren Gehgewohnheiten befragt.

Die Experten kamen zu dem Schluss, dass schnelleres Gehen das Leben bis zu 20 Jahre verlängern kann. Auch wurde nicht nur das mögliche Sterbealter, sondern auch über die Gehgeschwindigkeit einen Einblick über die körperliche Gesamtfitness der teilnehmenden Personen abgeleitet.

Trotz erhöhtem BMI länger leben

Es ist nämlich nicht einfach so, dass zügiges Gehen dem eigenen Leben weitere Jahre hinzufügt, sondern es kommt auf das gesamte Fitnessniveau der Person an. Wer sich grundsätzlich beim Gehen schneller bewegt, so schlussfolgern die Forscher, ist insgesamt fitter.

Außerdem belegt die Studie, dass selbst schnellgehenden Personen mit erhöhtem Body-Mass-Index (BMI) viele Jahre der Lebenserwartung dazugewinnen wie schnelle Geher mit einem normalen BMI. Professor Tom Yates, einer der Hauptautoren der Studie an der Universität von Leicester erklärte dazu: "Unsere Ergebnisse könnten dazu beitragen, die Bedeutung körperlicher Fitness im Vergleich zum Körpergewicht für die Lebenserwartung von Personen hervorzuheben".

Richtige Geh-Geschwindigkeit für mehr Leben

Auch Forscher anderer Hochschulen, Krankenhäusern und medizinischen Institutionen in Sydney veröffentlichten bereits in der Fachzeitschrift BMJ einen Bericht zum Thema Gehgeschwindigkeit und Sterblichkeitsrate.

Dabei untersuchten sie über 1700 Männer über 70 Jahre und ermittelten deren Schrittgeschwindigkeit. Die, die schneller als 3,2 km/h liefen, zeigten im Vergleich zu langsameren Männern ein geringeres Risiko, innerhalb des Untersuchungszeitraums zu versterben.

Insgesamt ergaben die Schätzungen der Wissenschaftler, dass der Tod durchschnittlich mit einer Geschwindigkeit von 2,9 km/h eintrete. Teilnehmer, die eine Schrittgeschwindigkeit von mindestens 4,8 km/h aufwiesen, waren erstaunlicherweise noch fünf Jahre nach den Messungen am Leben. Die Forscher folgerten, dass eine Schrittgeschwindigkeit von mindestens 4,8 km/h optimal ist, um dem Tod noch ein Weilchen zu entkommen.

Autorin: Gertrud Maria Vaske

 

 

Datum: 07.06.2019
Rubrik: Service & Wissen
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