Informationen über Cookies auf dieser Website

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Verstanden

10 Tipps gegen Ansteckung

Vorsicht: Hantavirus-Gefahr

Das Robert Koch-Institut warnt: 2019 ist ein Ausbruchsjahr - die Gefahr sich mit Hantaviren anzustecken, ist in diesem Jahr besonders groß. Die Infektion gehört zu den häufigsten meldepflichtigen Viruskrankheiten in Deutschland. Die Viren werden von Nagetieren wie Ratten oder der Rötelmaus und Brandmaus, übertragen und können teilweise zu einer lebensbedrohlichen Infektion und dauerhaften Erkrankung der Nieren führen. Im Norden des Landes ist die Brandmaus der Virusüberträger.

Hantavirus-Infektion in Deutschland

In Norddeutschland rechnen Experten wegen der gestiegenen Mäusepopulation nach dem milden Winter nun mit einer starken Zunahme. So hat sich in Niedersachsen die Rötelmaus als Überträger des Hantavirus stark vermehrt.

Vermehren sich die Nager stark, können mehr Tiere mit dem Virus infiziert sein und sich folglich mehr Menschen anstecken. Allein im Jahr 2017 erkrankten hierzulande 1731 Menschen an Hantavirus-Infektionen. In folgenden Gebieten werden Erkrankungen vermehrt nachgewiesen: Schwäbische Alb, Spessart, Bayerischer Wald, Münsterland, Teutoburger Wald und Nordost-Hessen sowie Osnabrück.

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) leiden deutschlandweit etwa im Durchschnitt 500 Menschen jährlich an einer Hantavirus-Erkrankung. Allerdings unterliegen diese Angaben starken Schwankungen, je nach Anzahl vorhandenen infizierter Nagetieren. Seit Januar 2019 wurden laut Institut 460 Fälle gemeldet.

Ansteckung durch gesunde Tiere

Infizierte Tiere bleiben gesund und dienen dem Virus als Wirt. Meist wird das Virus von ihnen bei der Gartenarbeit übertragen, wenn Speichel, Urin oder getrockneter Kot von infizierten Mäusen aufgewirbelt und eingeatmet werden. Dies passiert etwa im Garten beim Laub rechen oder Aufräumens des Kellers oder Schuppens.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Symptome, beträgt normalerweise zwei bis vier Wochen und manchmal sogar bis zu zwei Monate. Unwahrscheinlich gilt hierzulande die Übertragung von Mensch zu Mensch.

Symptome bei Hantavirus-Infektion

Erkrankte, die sich in Deutschland angesteckt haben, bemerken häufig gar nichts von den Symptomen. Das eigene Immunsystem bekämpft die Viren und die Infektion verläuft ohne Beschwerden, oder aber es kommt meist zu ungewöhnlich hohem Fieber, Muskel- und Knochenschmerzen. Die Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost oder Kreislaufprobleme erinnern an eine Virus-Grippe.

Wird ein Hantavirus-Infekt nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu einer dauerhaften Nierenschädigung kommen. Behandeln kann der Arzt nur die Symptome. Durch Flüssigkeitszufuhr werden die Nieren unterstützt. Auch kann in schlimmen Fällen eine Blutwäsche wie Dialyse nötig sein. Eine spezielle Hantaviren-Therapie gibt es nicht. Auch ein Impfstoff ist nicht verfügbar.

Mediziner sprechen bei der Hantavirus-Erkrankung auch vom sogenannten "Hämorrhagischen Fieber mit Renalem Syndrom", kurz HFRS. In Nord- und Südamerika vorkommende Virusstämme können der Herz- und Lungenfunktion schaden und eine lebensgefährliche Atemnot auslösen.

Diagnose bei Hantavirus-Infektion

Hantavirus-Infektionen sind im Blut nachweisbar, entweder über eine erniedrigte Blutplättchen-Anzahl, veränderte Nierenwerte oder über vorhandene spezifische Antikörper gegen das Virus. Es gibt keine spezifische Behandlung, lediglich gegen die Beschwerden lässt sich etwas unternehmen.

In schweren Fällen muss die Nieren- und Lungenfunktion unterstützt werden. Wer plötzlich Symptome wie hohes Fieber oder grippeähnliche Beschwerden verspürt, die durchaus auf eine Ansteckung mit Hantaviren hinweisen können, sollte sofort einen Arzt aufsuchen.  

10 Tipps gegen Ansteckung mit Hantaviren

Da es keine schützende Impfung gibt, ist Vorbeugung und Hygiene wichtig:

  1. Kontakt zu Nagetieren und deren Ausscheidungen meiden.
  2. Lebensmittel und Tiernahrung in verschließbaren Behältern aufbewahren.
  3. Entsorgung im Plastikbeutel in Mülltonne und nicht auf Komposthaufen werfen.
  4. Mäuse in der Wohnung mit Einmalhandschuhen und dichtem Mundschutz entsorgen.
  5. Schuppen, Keller oder Dachboden von Schmutz und/oder Mäusekot gründlich 30 Minuten lüften und dann erst vom Kot befreien.
  6. Damit kein virushaltiger Staub entsteht, unbedingt Tier und Falle mit Desinfektionsmittel besprühen.
  7. Reinigung benutzter Gerätschaften (mit Handschuhen) sollte gründlich erfolgen.
  8. Flächen nass reinigen und nicht mit dem staubaufwirbelnden Staubsauger.
  9. Bei der Reinigung unbedingt Einmalhandschuhe und Mundschutz tragen.
  10. Unbedingt gründlich Hände waschen und die Flächen mit Desinfektionsmittel besprühen.

Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts. 

(Gertrud Maria Vaske)

Datum: 10.06.2019
Rubrik: Service & Wissen
Das könnte Sie auch interessieren