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Verstanden

Herzhaftes Lächeln ist mehr als gesund

Wie Lachen eigene Gefühle beeinflusst

Heute schon gelacht? Nein? Dann wird es aber Zeit. Nicht nur, weil sich viele gesundheitliche Effekte einstellen. Ein Lächeln sagt dem anderen: Ich bin Dein Freund und kein Feind. Oft entkrampft es schwierige Situationen und wirkt „entwaffnend“, egal ob beim Flirten, im Alltag oder Beruf. Mit einem mürrischen Gesicht können wir schlechter Kontakte knüpfen, denn wer lächelt, scheint sympathisch und harmlos.

Wer so wirkt, dem wird oft ganz automatisch Kompetenz zugesprochen. Doch wie ist es mit uns selbst, fühlen wir uns glücklicher, wenn wir uns anlächeln? Kann allein der positive Gesichtsausdruck unsere Gefühle beeinflussen und ein Lächeln in uns selbst sogar Glückshormone bilden?

Ein Plädoyer für das Lächeln

Darüber streiten Forscher und Psychologen seit Jahren und haben nun 130 Studien ausgewertet. Wer glücklich ist, lächelt häufig. Wer seine Laune etwas verbessern möchte, kann so Nicholas Coles von der University of Tennessee einen einfachen Trick ausprobieren. "Versuche, mehr zu lächeln", sagt er, denn "Untersuchungen zeigen, dass ein glücklicher Gesichtsausdruck tatsächlich dazu führen kann, dass wir uns ein bisschen glücklicher fühlen."

Ein herzhaftes Lachen wirkt ansteckend und verbindet Menschen. Darüber sind sich Experten einig, Humor sei eine hochwirksame „Psycho-Droge“, die nur positive Nebenwirkungen für den Körper habe, vorausgesetzt der Humor sei nicht abwertend, negativ oder gar zynisch. Von Herzen kommendes Lachen wirke befreiend für Körper und Geist und mache damit glücklich.

Skeptiker aufgepasst

Lange war unter Experten umstritten, ob Gesichtsausdrücke tatsächlich Emotionen beeinflussen können. Viele zweifelten an der sogenannten Facial-Feedback-Hypothese. Die Skepsis verstärkte sich, als vor wenigen Jahren Forscherteams daran scheiterten, die Ergebnisse eines bekannten Lächel-Experiments zu wiederholen.

Seit den 70er Jahren untersuchen Psychologen den Einfluss vom Gesichtsausdruck auf Gefühle. Die Forscher wollten sich nicht auf die Ergebnisse einzelner Studien verlassen und haben deshalb alle Ergebnisse zum Thema ausgewertet.

Mehr als 11.000 Studien-Teilnehmer

Bei ihrer Recherche stießen die Wissenschaftler auf 138 Studien aus beinah fünf Jahrzehnten, an denen mehr als 11.000 Menschen teilgenommen hatten. Wenn auch eingeschränkt, sprechen die Ergebnisse dafür, dass die Facial-Feedback-Hypothese grundsätzlich stimmt.

So empfinden beispielsweise Menschen Cartoons lustiger, wenn sie beim Zuschauen lächeln. Auch auf emotionale Sätze reagieren sie etwas gefühlvoller, wenn ihr Gesicht die entsprechende Emotion wie Glück, Wut oder auch Trauer ausdrückt. Die gemessenen Effekte waren jedoch in der eher geringfügig, wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Psychological Bulletin" berichten.

Vorgetäuschtes Lächeln gegenteiliger Effekt

Ein rein aufgesetztes Lächeln kann jedoch auch krank machen. Es reiche noch nicht aus, um den Weg zum Glück zu finden, sagt auch Coles. Dennoch hält der Forscher die Ergebnisse für einen wichtigen Schritt. "Sie vermitteln einen Eindruck davon, wie Körper und Geist miteinander interagieren", sagt er. "Wir müssen aber noch viel darüber lernen, wie diese Wirkung zustande kommt."

Das bestätigen auch andere Studien, etwa bei Flugbegleiterinnen. Hier zeigte sich, dass es krank machen kann, wenn das vom Arbeitgeber erwartete Lächeln aufgesetzt wird, obwohl die Personen sich nicht gut fühlen. Das Lächeln wird so zur Belastung und kann den gegenteiligen Effekt erzi

Krankheiten bei negativen Gedanken

Neben der Facial-Feedback-Hypothese existieren auch Hinweise darauf, dass die Körperhaltung den Geist beeinflussen kann. So haben Forscher in den vergangenen Jahren beobachtet, dass eine aufrechte Körperhaltung die Stimmung verbessert und wach macht. Ein krummer Rücken hingegen verschlechtert laut den Ergebnissen die Stimmung und verstärkt Frustanfälligkeit.

Unser Gesicht drückt nur aus, was innerlich abläuft. Menschen sind die Hälfte ihrer Lebenszeit in Gedanken und oft nicht bei dem, was sie gerade tun. Genau das soll unglücklich machen, nämlich beim Tun gedanklich hin und her zu schweifen. Gerade Negatives wie Sorgen, Zweifel Bedenken zeigen ihre Auswirkungen im Gesicht. In Experimenten wurde depressiven Menschen Botox in die „Zornesfalte“ der Stirn gespritzt. Darauf verbesserte sich ihr Gemütszustand.

Kleine Glücksboten im Körper

Sich herzhaft zu amüsieren sorgt zudem dafür, dass Glückshormone ausgeschüttet und Stresshormone abgebaut werden. Das Resultat: fröhliche Gelassenheit und tiefe Entspannung. Lachclubs und Klinikclowns haben das längst erkannt und tragen aktiv zur Freude vieler Menschen oder zur Genesung der Patienten bei.

Eigene Emotionen steuern also in einem gewissen Maße die Hormone und davon sind auch die Glückshormone betroffen. Als Botschafter im Körper leiten sie Nervenerregungen über die Synapsen an das Gehirn weiter und sind so Grundlage jeder emotionalen, gedanklichen Regung oder Bewegung. Der Körper produziert sechs verschiedene Glückshormone: Dopamin, Serotonin, Endorphine, Noradrenalin, Oxytocin und Phenethylamin.

Wer lacht, lebt länger und hat weniger Herzkrankheiten, da weniger Stresshormone ausgeschüttet werden. Im Körper werden außerdem vermehrt Immunglobuline und Abwehrzellen freigesetzt, ebenso Endorphine, ein Hormon, das seelische und körperliche Schmerzen erträglicher macht. Heilungsprozesse werden beschleunigt und können so vor neuen Erkrankungen schützen.

Autorin: Gertrud Maria Vaske

 

 

Datum: 12.06.2019
Rubrik: Service & Wissen
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