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Verstanden

Auf die Gesamtkalorien kommt es an

Ohne Frühstück gesund und schlank?

„Esse morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann“ – so sagt es der Volksmund. Menschen, die morgens frühstücken, sollen gesünder leben und einen niedrigeren Body Mass Index (BMI), ein geringeres Risiko für Fettleibigkeit und chronische Krankheiten haben. Aber stimmt das überhaupt? Eine neue Analyse erklärt das genaue Gegenteil.

Ergebnisse aus 13 randomisierten Studien und 28 Jahren zeigen: Wer nicht frühstückt, verzehrt im Tagesverlauf weniger Kalorien und verliert daher eher Speck. Für den Stoffwechsel dagegen macht es für gesunde Menschen keinen Unterschied, ob man frühstückt oder nicht. Lediglich die Fettverbrennung wird angekurbelt. Was außerdem zählt, ist die Tagesgesamtmenge an konsumierten Kalorien, nicht aber wann oder wie man sie zu sich nimmt.

Die wenigen randomisierten Interventionsstudien zu diesem Thema zeigen ein neues Bild wie Epidemiologen und Präventionsmediziner um die Forscherin Katherine Sievert von der Universität in Melbourne berichten. Verzichten Studienteilnehmer auf das Frühstück, nehmen sie im Tagesverlauf deutlich weniger Kalorien zu sich und verlieren sogar an Gewicht. Der Mythos um Heißhungerattacken ohne Frühstück konnte also widerlegt werden.

Weniger Gesamtkalorien

Die Forscher haben sich sämtliche randomisierten Studien aus den vergangenen 28 Jahren angeschaut, in denen eine Ernährungsintervention mit und ohne Frühstück bei Erwachsenen verglichen wurde. Zudem wurden Gewichtsveränderungen sowie die tägliche Kalorienaufnahme erfasst. Einige Studien belegten: Menschen, die nicht frühstückten, nahmen im Durchschnitt täglich 260 Kalorien weniger auf.

Auch erfolgte in den Studien mit Gewichtsbestimmung eine Gewichtsabnahme, zu einer kleinen, aber signifikanten Gewichtsreduktion von knapp einem halben Kilo verglichen mit den Frühstücksgruppen. Der Gewichtsverlust wurde als relativ stabiler Effekt ausgewertet und wurde zudem beobachtet in Untersuchungen mit ausschließlich Übergewichtigen und Adipösen als auch in solchen ohne BMI-Beschränkungen.

Sievert und die anderen Wissenschaftler schlussfolgern, dass die meisten Personen ihren Frühstücksverzicht im Tagesverlauf nicht mehr komplett kompensieren. Insofern sehen sie daher keine Ernährungsempfehlungen mehr, wonach ein gutes Frühstück das Abnehmen erleichtert und der Verzicht des Frühstücks Übergewicht begünstigen soll. Die Ergebnisse bestätigten auch, dass Personen, die kein Frühstück eingenommen haben, häufig mehr zu Mittag essen. Jedoch essen viele nicht so viel, dass sie die eingesparten Kalorien einholen könnten.

Kalorienreduktion zählt

Am Morgen sind häufig die Akkus leer, und der Körper will die Energie mit einem reichhaltigen Frühstück auffüllen. Wer abnehmen will, muss nicht festlegen, welche Mahlzeit er weglassen will. Wichtig ist nur, dass Kalorien reduziert werden. Die Aussagen der Wissenschaftler basieren auf sehr heterogenen Studien. Dennoch raten viele Ernährungsgesellschaften immer noch davon ab, auf das Frühstück zu verzichten. Sie glauben, dass das Sättigungsgefühl im Laufe des Tages nachlässt. Eine morgendliche Mahlzeit soll ihrer Meinung nach eher satt machen als dieselbe Kalorienzahl mittags oder abends. Demzufolge soll das Frühstück die tägliche Kalorienaufnahme insgesamt reduzieren.

Diese Annahme wird gefördert durch einige Kohortenstudien, wonach Menschen mit täglichem Frühstück weniger häufig übergewichtig sind. Menschen und Gewohnheiten unterscheiden sich jedoch. Vielleicht verzichten Übergewichte eher auf das Frühstück, weil sie morgens noch motiviert sind und abnehmen wollen? All das kann die Studien-Ergebnisse verfälschen.

Ergebnisse nicht überbewerten

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im renommierten Fachblatt „British Medical Journal“ und warnten zugleich davor, ihre Arbeit nicht falsch zu interpretieren, zumal die Unterschiede beim Gewicht nur bei weniger als einem halben Kilo lagen. Außerdem habe ein gesundes Frühstück durchaus auch positive Effekte. Trotzdem vertreten die Wissenschaftler, dass man das Frühstück nicht generell zum Abnehmen empfehlen kann.  

Trotz der neuen Datenlage sollten Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes vorsichtig sein beim Weglassen von Mahlzeiten, da der Blutzuckerspiegel beeinflusst wird. Laut der amerikanischen Heart Association kann das Weglassen vom Frühstück das Risiko für Herzkrankheiten und Bluthochdruck steigern. Vor allem, wer genetisch vorbelastet ist, sollte besser morgens etwas essen. Und wer unbedingt gegen unbeliebte Pölsterchen vorgehen will, hebt einfach seine tägliche Schrittzahl an. Täglich 10.000 Schritte minimieren Pölsterchen und Co noch am ehesten.

 (Autorin: Gertrud Maria Vaske)

 

Datum: 13.06.2019
Rubrik: Service & Wissen
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