Im Kampf gegen den Krebs

Weltkrebstag

Im Kampf gegen den Krebs

Krebs – eine Herausforderung für Medizin und Forschung. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhalten jeder fünfte Mann und jede sechste Frau im Leben eine Krebsdiagnose. Heute sterben die wenigsten Krebspatienten an einem Primärtumor, sondern an dessen Metastasen. Umso wichtiger ist die Früherkennung.

Am Weltkrebstag spricht die Welt offen über Krebs und über ein gesünderes Leben. Die Internationale Vereinigung gegen Krebs UICC hat vor vielen Jahren den Weltkrebstag ins Leben gerufen. Indem jedes Jahr über Krebsvermeidungstrategien wie Nicht-Rauchen, Sport, Stressvermeidung und die Krebsfrüherkennung erinnert wird, sollen Millionen von vorzeitigen Todesfällen auf der Welt verhindert werden.

Mehr Krebsüberlebende weltweit

Im Kampf gegen den Krebs wird erinnert, die Fortschritte in der Krebstherapie und bessere Behandlungsmöglichkeiten zu erwähnen. Die Chancen für das Überleben von Krebs haben sich verbessert. Vor 30 Jahren überlebte nur knapp ein Drittel aller Krebspatienten. Heute werden mehr als die Hälfte geheilt. Auch kann das Leben bei einigen besonders tödlichen Krebserkrankungen oft verlängert werden. So ist bei bestimmten Formen des Lungenkrebses durch bessere Behandlungsmöglichkeiten die mittlere Überlebenszeit von 1 auf 4 Jahre gestiegen. Bei Früherkennung sei Darmkrebs sei relativ gut heilbar.

Zahl der Krebsdiagnosen steigt

Trotz zahlreicher Verbesserungen steigt weltweit jedoch die Zahl der dokumentierten Erkrankungen, und es sterben jedes Jahr etwa neun Millionen Menschen an Krebs. Etwa vier Millionen sind zwischen 30 und 69 Jahre alt. Die UICC rechnet bis 2025 mit einem Anstieg der Krebsfälle auf 19,3 Millionen pro Jahr und die der Krebstodesfälle auf 11,5 Millionen. Laut Deutscher Krebshilfe wird die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland bis zum Jahr 2030 voraussichtlich um 20 Prozent auf 600.000 steigen. Derzeit erkranken jährlich rund 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs.

Gründe für mehr Krebskranke

Die Ursachen für die steigenden Zahlen seien unter anderem das Bevölkerungswachstum, die verbesserten Diagnosemöglichkeiten und die längere Lebenserwartung der Menschen, teilte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Statistik-Report 2018 mit. Die meisten Todesfälle entstanden 2018 nach der IARC-Schätzung durch Lungen-, Darm-, Magen-, Leber- und Brustkrebs.

In reicheren Ländern wurden generell mehr Krebsfälle diagnostiziert als in ärmeren. Im Bericht heißt es, Europa stelle zwar nur 9 Prozent der Weltbevölkerung, verzeichne aber über 23 Prozent der weltweiten Krebsdiagnosen und sogar rund 20 Prozent der tumorbedingten Todesfälle.

Experten weisen immer wieder darauf hin, dass viele Krebserkrankungen vermeidbar seien. Insofern wird von vielen Zentren die Prävention betont. Auch Volker Arndt vom Deutschen Zentrum für Krebsforschung (DKFZ) in Heidelberg bestätigt: "Aktuelle Auswertungen des DKFZ haben gezeigt, dass über ein Drittel aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland auf beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen sind und potenziell vermeidbar wären."

Neue Chancen gegen Krebs

Die wenigsten Krebspatienten sterben an einem Primärtumor, sondern an dessen Metastasen. Heidelberger Forscher wollen das stoppen. Bei etlichen Krebsarten sei das Risiko sehr hoch, auch nach geglückter Operation an Metastasen zu sterben. Krebs-Forscher betreten mit der Anti-Metastasen-Forschung Neuland, erläuterte der Leiter der Abteilung Vaskuläre Signaltransduktion und Krebs des DKFZ in Heidelberg. Das Tückische sei, dass sich die Krebszellen sehr früh auch von kleinen, noch gar nicht entdeckten Tumoren auf Wanderschaft im Körper begeben könnten.

Metastasen rasch bekämpfen

„Fortschritte sind rasch geboten, denn 90 Prozent, der jährlich rund 230.000 Krebstodesfälle gehen auf Metastasen zurück“, sagte Andreas Fischer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) heute am Weltkrebstag, dem 4. Februar. Der Primärtumor lasse sich im Gegensatz zu seinen Tochtergeschwulsten durch Operation, Bestrahlung und Chemotherapie heutzutage relativ gut behandeln. Ausnahmen seien sehr aggressive Gehirntumore und bösartige Bauchspeicheldrüsenkrebse.

Bei vielen Krebsarten sei das Risiko sehr hoch, auch nach geglückter Operation später an Metastasen zu sterben. Diese entwickeln sich aus einigen wenigen robusten Zellen. Fischer: „Zwar sterben die vom ursprünglichen Tumor gestreuten Zellen zu 99,9 Prozent ab, aber einige wenige versinken auf irgendeinem Organ quasi in Tiefschlaf - was sie dann weckt, ist noch unklar“. Um diese am Überleben und Wachstum zu hindern, müssten sie identifiziert werden. Das sei eine große Herausforderung.

Krebsforschung auf Hochtouren

Der Forscher sieht großes Potenzial in einem bewährten und relativ gut verträglichen Medikament gegen Herzschwäche, dass die gefährliche Cluster-Bildung stark zirkulierender Tumorzellen verhindern soll. Es erhöhe den Kalzium-Spiegel in Krebszellen und verhindere dadurch deren konzentrierte Ballung zur Cluster-Bildung.

Als weitere mögliche Alternative nennt Fischer den Versuch, die Anpassungsfähigkeit von Tumorzellen zu unterbinden, etwa sich einer feindlichen Umgebung einer Lunge oder Leber anzupassen. Bestätige sich dieser Nutzen in klinischen Studien, könnten die Mittel sofort verabreicht werden, sobald Krebs diagnostiziert sei. Allerdings dauere die Studien an Probanden noch viele Jahre.

(Autorin: Gertrud Maria Vaske)

 

 

Datum: 04.02.2019
Rubrik: Service & Wissen
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