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Verstanden

Sieben Mythen über Filtersysteme und Trinkwasser

Warum teure Wasserfilter überflüssig sind

„Lecker" und „klar" und „rein" soll es werden: das Trinkwasser aus dem Hahn. Mit solchen Botschaften werben Hersteller für Wasserfilter. Doch aus hygienischer oder gesundheitlicher Sicht ist der Einsatz von Filtern für Leitungswasser meist nicht notwendig. In seltenen Fällen können sie sogar krank machen. Zudem sollen die Filter das Wasser von Schadstoffen reinigen können. Die Wahrheit ist, meist sind die Filtersysteme nur teuer und ein echter Verbrauchernutzen ist nicht gegeben.

Vorsicht Verkeimungsgefahr bei Wasserfiltern

Deutschlands Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz ist schadstoffarm und gut überwacht und selbst Kleinkinder und immunschwache Menschen brauchen kein gefiltertes Wasser, schreiben Verbraucherzentralen. Auch raten sie aus hygienischer Sicht von Wasserfiltern und Wasserbehandlern ab. Trinkwasser ist ein schnell verderbliches Lebensmittel. Wenn es zu lange im Behälter steht oder mit alten Filtern in Kontakt kommt, verkeimt es sehr schnell, gerade im Sommer bei hohen Temperaturen sollte es nicht lange ungekühlt stehen.

Verwender von Tischwasserfilter sollten streng die Bedienungsanleitung befolgen, die Kartusche regelmäßig wechseln und den Filter häufig reinigen, da sonst die Wasserqualität leidet. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte gefiltertes Wasser abkochen. Das gilt vor allem für immunschwacher Personen sowie Kleinkinder.

Nicht nur Tischwasserfilter

Tischwasserfilter mit Aktivkohlefilter, die große organische Partikel herausfiltern sollen, sind vielen Verbrauchern am geläufigsten. Darin läuft das Wasser in einem Behälter durch eine Kartusche. Aber auch Ionenaustauscher und Membran-Verfahren finden bei Verbrauchern ihre Verwendung und filtern Ionen und andere unerwünschte Stoffe aus dem Wasser.

Filter, die sich direkt hinter der Wasserzähleranlage befinden wie mechanische Partikelfilter müssen die DIN 1988 erfüllen. Eine zusätzliche Aufbereitung im Haushalt ist laut Verbraucherzentralen "zumeist überflüssig". Bei falscher Anwendung können die Filter sogar die Wasserqualität verschlechtern.

Vermarktungsstrategien der Hersteller

Immer wieder ist zu lesen: Leitungswasser sei schlecht, enthalte Keime und mache krank. Viele Hersteller wissen wie sie Verbraucher verunsichern können.  Der aktuelle Stiftung Warentest rät zum Leitungswasser, denn Fakt ist, es unterliegt in Deutschland regelmäßigen strengen Kontrollen und weist eine gute Qualität nach.

Fakt ist auch, dass die derzeitigen Grenzwerte ausreichend sind. Trotzdem sind immer wieder Mythen über Wasser aus Leitungen zu lesen, wodurch zum Kauf von Wasserfiltern animiert werden soll. Hierbei hilft die Streuung von Gerüchten wie, das Wasser aus dem Hahn sei ungesund und mit Krankheitserregern, Kalk, Medikamenten und Blei belastet und enthalte zudem Nitrat aus Gülle.

Wasserfilter und Fakten

Wir haben die wichtigsten sieben Mythen um Wasserfilter und Trinkwasser zusammengestellt und liefern Fakten, die gegen den Einsatz von teuren Filtersystemen sprechen:

1. Trinkwasser enthält Nitrate

Diese Behauptung stimmt so nicht. Nitrat wird in Wasserwerken effektiv aus dem Grundwasser gefiltert. Laut Trinkwasserverordnung darf das Wasser den Höchstwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter nicht überschreiten. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Grenzüberschreitungen sind sehr selten. Die meisten Wasseranbieter unterschreiten Nitratgrenzwerte deutlich, denn Nitrat gilt als krebserregend und ist vor allem für geschwächte Menschen sowie Schwangere und Kleinkinder bedenklich.

2. Trinkwasser enthält Medikamentenrückstände

Auch das kann so nicht pauschalisiert werden. Die Mengen sind sehr gering und es besteht laut Verbraucherzentralen und Stand der Wissenschaft keine konkrete Gesundheitsgefahr für Menschen in Städten oder auf dem Land. Die geringen Mengen liegen um ein Tausendfaches unterhalb der Mengen, die im Körper eine Wirkung entfalten könnten Bakterien.

3. Leitungswasser enthält krankmachende Keime wie Legionellen

Das ist eher unwahrscheinlich, da die Wasserqualität streng überwacht wird. Sollte Trinkwasser tatsächlich mal krank machende Keime enthalten, liegt ein Hygieneproblem im Rohrleitungsnetz vor, das nicht durch Wasserfilter gelöst werden kann. Dafür wäre der Hausbesitzer oder der Vermieter zuständig. Er muss Sorge tragen, dass die Rohre frei von Bakterien wie Legionellen sind und diese regelmäßig durch eine Fachfirma untersuchen lassen.

4. Trinkwasser ist mit Blei verunreinigt

Das stimmt so ebenfalls nicht. Häuser, die nach 1973 errichtet wurden, sind bleirohrfrei. Falls im Altbau noch Bleileitungen vorhanden sind, sollte bei den ortsansässigen Laboren das Leitungswasser geprüft werden. Bis zum Wasserzähler des Hauses garantieren die Wasserwerke die Wasserqualität. Danach sind Hauseigentümer zuständig und sollten vorhandene Bleirohre entfernen. Zudem kann Blei laut Verbraucherzentralen nicht herausgefiltert werden und Wasserfilter sollten hierfür auch keine Anwendung finden.

5. Mineralstoffe bleiben erhalten

Leider nein, sie bleiben im Filter zurück, denn neben Nitrat, Phosphat und anderen Stoffen können Membransysteme unerwünschte Stoffe aus dem Wasser filtern. Auch wertvolle Mineralstoffe bleiben an der Membran haften. So könnte es mit der Zeit sogar zur Unterversorgung von wertwollen Mineralstoffen kommen.

6. Kalk ist schädlich

Das Gerücht um Kalk hält sich ausdauernd. Ja, die weiße Substanz wirkt unappetitlich, aber ungesund ist sie deshalb nicht. Laut Stiftung Warentest schaffen es zudem nur einige Wasserfilter kurzzeitig hartes Wasser in weiches zu verwandeln. Einige Modelle neigen laut Test sogar zur Verkeimung. Der teuerste Filter gab, so die Untersuchung, sogar einen Schadstoff in größeren Mengen ab.

7. Verwandelt in natürliches Wasser

Von Esoterikern wird gern behauptet, dass Wasser in seinen ursprünglich natürlichen Zustand versetzt werden könnte. Entweder sei dies zum Beispiel möglich durch sogenannte Energiesteine oder auch Wasserfilter. Damit würde eine Revitalisierung und Energetisierung des Wassers begünstigt. Bislang konnten diese Aussagen wissenschaftlich nicht belegt werden.

(Gertrud Maria Vaske)

 

Datum: 02.07.2019
Rubrik: Service & Wissen
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