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Verstanden

Neue Studie: Schnelle Diagnose mit Risikokalkulator

In 60 Minuten einen Herzinfarkt erkennen?

Patienten mit Verdacht auf akuten Herzinfarkt können auf eine sichere und schnellere Diagnose hoffen. Herzforscher haben einen Risiko-Kalkulator „Compass MI“ für Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt entwickelt. Damit können Herzinfarkte in nur einer Stunde erkannt oder sogar ausgeschlossen werden.  

Diagnose mithilfe von Troponin-Werten

Entwickelt wurde die Diagnosehilfe von einem internationalen Wissenschaftlerteam unter Federführung des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Mit der Diagnosehilfe können nun auch sehr geringe Troponin-Konzentrationen festgestellt werden, denn entscheidend für die Infarktdiagnose sei vor allem das Ansteigen der Troponin-Werte während des Messzeitraums.

Akuter Herzinfarkt – die Uhr tickt

Troponin ist ein Proteinkomplex, der nur im Herzmuskel vorkommt und bei Muskelzellen-Schädigungen ins Blut gelangt. „Mithilfe der gemessenen Troponin-Werte und der genauen Zeit zwischen den Messungen kann man nun unter Berücksichtigung der Art des verwendeten Bluttests ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der betreffende Patient einen akuten Herzinfarkt hat“, erklärt UKE-Kardiologe Dr. Johannes Neumann.

Wenn bei Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt das Elektrokardiogramm (EKG) keine eindeutigen Zeichen für einen Infarkt liefert, können Ärzte dennoch innerhalb einer Stunde zu einer Diagnose kommen und daraufhin entsprechende Therapiemaßnahmen einleiten. Bislang konnte es passieren, dass Patienten für eine gesicherte Diagnose einen Tag oder sogar mehrere in einer Klinik verbringen mussten.

Ergebnisse von mehr als 22.000 Patienten

Bei allen Betroffenen, die mit Verdacht auf einen Herzinfarkt in eine Notaufnahme kamen, maßen die Ärzte unmittelbar bei der Eingangsuntersuchung und bis zu dreieinhalb Stunden später jeweils mithilfe hochsensitiver Bluttests die Konzentration von Troponin I oder Troponin T.

Mit einer Ausgangskonzentrationen an Troponin und ein geringer Konzentrationsanstieg sank auch die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt. „Wir haben hier in Hamburg den Algorithmus entwickelt. Dazu haben wir die weltweiten Daten harmonisiert und dann als gemeinsamen Datensatz für die Analyse verwendet“, erklärt Dr. Neumann, der auch einer der beiden Erstautoren der Veröffentlichung ist.

Der neue Algorithmus ermöglicht unabhängig von der Blutentnahme eine genaue Risikoeinschätzung und ist das Ergebnis der Datenauswertung von mehr als 22.000 Patienten aus weltweit 13 Ländern. Davon erlitten 15 Prozent der Studienpatienten tatsächlich einen Herzinfarkt.

Hilfe bei weiteren Therapiemaßnahmen

Bei den Medizinern besteht Einigkeit darüber, dass Patienten die erste Blutprobe so schnell wie möglich entnommen werden sollte. Ob die zweite Blutentnahme nach einer Stunde oder besser erst nach sechs Stunden erfolgen sollte, ist noch umstritten und wird in Kliniken unterschiedlich gehandhabt.

Die Studie liefert wertvolle Daten zur Erstellung des Algorithmus, um im zweiten Schritt daraus einen Risiko-Kalkulator zu entwickeln, der künftig bei Medizinern Entscheidungen zu weiteren therapeutischen Maßnahmen erleichtern und beeinflussen wird. Das neue Konzept haben die Herzforscher in der aktuellen Ausgabe der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

(gmv)

 

 

 

 

 

 

Datum: 03.07.2019
Rubrik: Service & Wissen
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