Informationen über Cookies auf dieser Website

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Verstanden

Wird Deutschland Schwedes Rauchverbot folgen?

Neue Studie: Auch wenig Zigarettenkonsum schadet!

Mit dem Rauchen aufhören, das wollen viele, und viele schaffen es auch. Dauerhaftes starkes Qualmen verkürzt das Leben nicht nur um viele Jahre, sondern Raucher sterben auch dreimal häufiger an Herzproblemen als Nichtraucher. Bereits wenige Zigaretten am Tag steigern das Herzerkrankungsrisiko deutlich wie eine neue australische Studie belegt.

Neben Schlaganfällen, Herzinfarkten und Asthma zählt vor allem Lungenkrebs zu den gefährlichsten Raucher-Gesundheitsrisiken. Gleichwohl zählt auch in Deutschland das Inhalieren von Tabakrauch zum größten vermeidbaren Gesundheitsrisiko. Allein hierzulande sterben jährlich 121.000 Menschen laut Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) an den Folgen des Qualmens. Das sind über 13 Prozent der bundesweiten Gesamttodesfälle.

Nach Erhebungen des Robert Koch-Instituts (RKI) rauchen jeder vierte Mann und jede fünfte Frau täglich oder gelegentlich. Viele Raucher sind der festen Überzeugung, dass wenig Zigarettenkonsum die schädliche Wirkung auf die Gesundheit senke. Die neue Studie kann dies nicht bestätigen.

Hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Alarmierend sei die Erkenntnis, dass schon ein Raucher, der im Mittel nur vier bis sechs Zigaretten täglich rauche, ein doppelt so hohes Risiko wie ein lebenslanger Nichtraucher habe, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Dies berichten australische Forscher im Fachmagazin „BMC Medicine“ über die Ergebnisse einer groß angelegten Langzeitstudie. „Viele Menschen unterschätzen die Gefahren geringfügigen Rauchens“, so Studienleiterin Emily Banks.

Insgesamt haben Raucher demzufolge ein etwa dreimal so hohes Risiko wie lebenslange Nichtraucher, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, sei bei ihnen doppelt so hoch. Das Team von der Australian National University in Canberra hatte sieben Jahre lang Daten von rund 190.000 Rauchern und Nichtrauchern im Alter ab 45 Jahren analysiert. Dabei wurde ausgewertet, welchen Einfluss Rauchen auf ihr Herz-Kreislauf-System hat.

Rauchstopp vor dem 45. Lebensjahr

Allerdings gebe es auch eine gute Nachricht für „Exraucher“: Um etwa 90 Prozent könne durch Rauchen verursachtes Gesundheitsrisiko für viele Krankheiten gesenkt werden, wenn das Rauchen vor dem 45 Geburtstag eingestellt würde. Dies gelte etwa für Herzattacken, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, aber auch viele andere Krankheiten. Insgesamt wurden 36 Krankheiten berücksichtigt.

Banks teilte zudem mit, mit dem Rauchen zusammenhängende Krankheiten und Todesursachen fänden sich quer durch die gesamte australische Bevölkerung. Laut Schätzungen gebe es unter den 25 Millionen Einwohnern etwa 2,7 Millionen Raucher, von denen jährlich zirka 6400 an vermeidbaren Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt vorzeitig stürben.

Besonders alarmierend fanden die Forscher jedoch, dass selbst Teilnehmer, die im Mittel nur vier bis sechs Zigaretten täglich rauchten, während der Studie doppelt so häufig an den Folgen einer Herzkrankheit starben wie lebenslange Nichtraucher. "Viele Menschen unterschätzen die Gefahren geringfügigen Rauchens", sagte Banks.

Vater Staat für gesundheitliche Fragen

Seit langem wissen Experten, dass ein Rauchstopp sich für den Körper schnell positiv auswirkt. Erst vor einer Woche ist in Schweden das neue Tabakgesetz mit dem Rauchverbot in Kraft getreten. Einige Kritiker loben, dass Schweden damit seine gesundheitliche Verantwortung für die Bevölkerung wahrnehme.

In Außenbereichen von Restaurants, Cafés, vor Bars oder an Bushaltestellen herrscht in Schweden nun Rauchverbot. Ebenso hat es sich ausgeraucht in Einkaufszentren, auf Bahnsteigen sowie auf Spiel- und Sportplätzen. Auch Wasserpfeifen und E-Zigaretten fallen unter das neue Gesetz. In der Bevölkerung stößt das Tabakgesetz stößt auf Zustimmung. Die Bevölkerung ist es gewohnt, dass der Staat sich einmischt. Ein allgemeines Rauchverbot in Gaststätten gilt in ganz Schweden bereits seit 2005.

Aufgrund des Verbots in Schweden fordert am Wochenende Wieland Schinnenburg, der drogenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, gegenüber dem SPD-eigenen Contentlieferanten Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ein Rauchverbot an "öffentlichen Spielplätzen, Bushaltestellen und Bahnsteigen". "Rauchen", so der gelernte Zahnarzt und Rechtsanwalt, müsse nämlich "überall dort verboten sein, wo Menschen nicht oder nur schwer ausweichen können".

Baldige Umsetzung in Deutschland unwahrscheinlich

Für die Grünen erklärte daraufhin die drogenpolitische Sprecherin Kirsten Kappert-Gonther, dass man von Schweden lernen könne. Außerdem verlangte sie ein generelles Tabakwerbeverbot, das sich im Übrigen auch die Linkspartei wünscht. Die AfD fordert indessen Nichtraucher-Bonuspunkte bei Krankenversicherungen.

Die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD hielten sich dagegen mit Stellungnahmen zurück. Auch wenn diese gerade über eine Erhöhung der Tabaksteuer im nächsten Jahr streiten, dürften Deutschlands Bürger gesundheitlich, so Experten, von weniger Rauch am meisten profitieren.

(gmv)

Datum: 08.07.2019
Rubrik: Service & Wissen
Das könnte Sie auch interessieren