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Verstanden

Neue Studie zum Körperfett

Sind dicke Beine gesünder als üppiges Hüftgold?

Lieber ein üppiger Po und dicke Oberschenkel mit einer perfekten Sanduhr-Silhouette wie Marilyn Monroe, Dita von Teese oder Beyouncé oder? Was bevorzugen nicht nur Männer, sondern ist tatsächlich auch für Frau gesünder? Die Antwort haben Forscher jetzt herausgefunden.

Wer hätte das gedacht: Wo am Körper die Fettdepots liegen, hat einen großen Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Dies gilt zumindest für ältere Frauen mit Normalgewicht. Nicht nur das Gewicht ist wichtig, sondern auch die Verteilung des Körperfetts.

Ältere normalgewichtige Frauen mit dickeren Beinen leiden seltener an Herzproblemen als Frauen mit mehr Bauchfett. Sie haben ein viel geringeres Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Das haben US-Forscher herausgefunden und die Studie in der „European Heart Journal“ veröffentlicht. Sitze das Fett am Bauch, bestehe ein erhöhtes Risiko für diese Krankheiten

Bein-, Bauchfett und Fettmenge

Überraschenderweise hatte dagegen die gesamte Fettmenge keinen Einfluss auf die Herz- oder Kreislauf-Gesundheit. Auffällig war bei den 2883 Testfrauen allein die Körperstelle des Fettdepots. Etwa 25 Prozent der normalgewichtigen Frauen mit dem meisten Bauchfett hatte ein fast doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie das Viertel mit dem wenigsten Fett im Taillenbereich wie die Forscher mitteilten.

Bei den Beinen zeigte sich ein gegenteiliger Effekt. Teilnehmerinnen, die besonders viel Beinfett deponierten, hatten ein um 40 Prozent niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Störungen als Frauen mit sehr wenig Fett am Bein. Das höchste Risiko hatten Frauen, bei denen viel Fett im Bauch abgelagert war und nur wenig in den Beinen. Es war mehr als dreimal so hoch wie bei Frauen wenig Bauchfett und dickeren Beinen.

Studien-ergebnisse Bein-, Hüft- oder Bauchfett

Die Studie bezog sich damit vor allem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Ablagerungen in den Arterien wie Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung genannt, ein. Die Ergebnisse berücksichtigten während des gesamten Studienzeitraums von etwa 18 Jahren insgesamt 202 erstmals aufgetretene Herzinfarkte und andere Herzkranzgefäß-Störungen sowie 105 ersterfolgte Schlaganfälle.

Der Fettgehalt wurde mit einer besonderen Röntgentechnik (DXA) errechnet. Allerdings hatten Frauen mit einem hohen Taillenumfang mehr Fett im Bauch und Teilnehmerinnen mit hohem Hüftumfang eindeutig mehr Fett an den Oberschenkeln.

Die Wissenschaftler um Qibin Qi vom Albert Einstein College of Medicine in New York hatten Daten von normalgewichtigen Frauen nach den Wechseljahren ausgewertet. Alle Frauen hatten zu Studienbeginn noch keine nachgewiesenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Forscher hatten außerdem Alter und Ethnie der Frauen berücksichtigt.

Verteilung des Fetts entscheidet

Alle Frauen verzeichneten einen Body-Mass-Index (BMI) im Normalbereich von 18,5 bis unter 25. Doch Qi weiß nicht nur der ist entscheidend für eine gute Herz-Kreislauf-Gesundheit. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie zitierte ihn mit: „Zusätzlich zur Gewichtskontrolle sollten Menschen auch auf die Verteilung des Körperfettes achten, selbst wenn sie ein gesundes Körpergewicht und einen normalen BMI haben“, sagte.

Lange ist bekannt, dass die Fettverteilung zum Teil genetisch bedingt sein kann, jedoch durchaus auch durch Ernährung und Sport beeinflussbar ist. Je mehr Fett die Frauen in Bauch und Beinen deponiert hatten, desto weniger Sport hatten getrieben. So höher war dann auch ihr BMI wie die Forscher berichteten, selbst wenn er innerhalb des Normalbereiches blieb.

Klare und weniger klare Rückschlüsse

Qi betonte außerdem, dass die Studie nichts auf jüngere Frauen und Männer rückschließen ließe. Sie zeige nach Angaben der Autoren keinen ursächlichen Zusammenhang von Fettdepots und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es sei jedoch bereits aus früheren Studien bekannt, dass eine Reduktion des Bauchfetts zu besseren Herzwerten führen könne.

Neu ist jetzt, wie die Forscher schreiben, dass Körperfett in den Beinen offenbar keinen Schaden anrichtet. Es gebe Hinweise darauf, dass die Beine „ein idealer Platz zum Fettspeichern“ seien.

Auch wenn eine gewisse Fettverteilung günstig für den Körper erscheint, sind noch viele Forschungen nötig, um den Mechanismus und die Verbindung zu entsprechenden Krankheiten zu verstehen, ergänzen Fachleute. Unumstritten ist jedoch, dass neben dem BMI der Taillenumfang für Herzkreislauferkrankungen eine entscheidende Rolle spielt. Nach Expertenmeinung werden 80 Zentimeter bei Frauen und 94 bei Männern empfohlen.

Ursachen des Bauchfetts erkennen

Nicht jeder Mensch speichert zu viel Bauchfett, weil er zu viel isst. Gerade bei älteren Frauen in den Wechseljahren beginnt der Körper, die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen zu reduzieren. Damit verändert sich das Zusammenspiel der Hormone im Körper.

Bei ihnen steigt der Anteil des männlichen Hormons Testosteron, welches ebenso dafür sorgt, dass das Körperfett anders verteilt wird, nämlich mit mehr Fett am Bauch und weniger an Taille, Hüften und Po. Dafür sammeln sich die Fettpolster wie bei vielen Männern eher am Bauch.

Doch nicht nur Frau, auch Mann ist vom erhöhten Risiko durch zu üppiges Hüftgold für zahlreiche Krankheiten betroffen. Bei beiden Geschlechtern könnte der dicke Bauch auch auf eine Schilddrüsenfehlfunktion hinweisen oder aber ein Lipödom, eine Fettverteilungsstörung vorliegen. Was im Einzelnen die tatsächliche Ursache für zu viel Bauchfett ist, sollte in jedem Fall mit dem Arzt besprochen werden, ebenso welche Therapieform gewählt wird.

(gmv)

 

Datum: 19.07.2019
Rubrik: Service & Wissen
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