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Verstanden

Wie gesund ist Kaffee wirklich?

Neue Studie: Kopfschmerzen und Migräne durch Kaffee

Energiekick mit Kaffee und: Er ist das meist verzehrteste Getränk der Deutschen. Über den beliebten Wachmacher gibt es viele Meinungen und Fakten. Vor allem darüber wie gesund oder schädlich er ist. Ganz so einfach ist es leider nicht. Ob gesundheitsfördernd oder nicht hängt vor allem vom Gesamtkaffeekonsum ab. Viele Menschen glauben auch, dass die schwarze Flüssigkeit gegen Migräne oder Kopfschmerzen hilft. Und auch diese Annahme ist nur bedingt richtig. Eine aktuelle Studie zeigt: Mehr als zwei Tassen täglich können Schmerzen im Kopf sogar begünstigen.

Studienergebnis: Die Menge entscheidet

Wie eine Studie unter der Leitung des Beth Israel Deaconess Medial Center zeigt, erhöhen mehr als drei koffeinhaltige Getränke pro Tag die Kopfschmerzwahrscheinlichkeit, vor allem für Migräne- und Kopfschmerzpatienten. Bis zu zwei Koffeingetränke sind hingegen für diese Form von Schmerzen vertretbar, so die Wissenschaftler zu dieser Studie.

"Die Wirkung von Koffein hängt sowohl von der Dosis als auch von der Häufigkeit ab", schlussfolgert Studienautorin Elizabeth Mostofsky. "Da es jedoch nur wenige Studien zum Zusammenhang von Migränekopfschmerzen nach der Einnahme von Koffein gibt, haben wir zu wenig Hinweise, um Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Migräne auszusprechen."

Durch den unterschiedlichen Koffeingehalt der einzelnen Getränke konnten die Wissenschaftler bei den Auswertungen keine genaue Mengenangabe bestimmen, die zu einem erhöhten Migränerisiko führt.

Erhöhte Risikogefahr für Migräne und Kopfschmerzen

Jedoch zeigte sich, dass an den Tagen, an denen die Probanden drei oder mehr koffeinhaltige Getränke zu sich nahmen, sowie am Folgetag die Kopfschmerzwahrscheinlichkeit erhöht war. Bei Personen, die regulär nur sehr wenig Koffein konsumierten, erhöhten schon ein bis zwei Getränke die Wahrscheinlichkeit von Kopfschmerzen oder Migräne.

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, nachdem sie die Tagebuchaufzeichnungen von 98 Erwachsenen mit regelmäßig auftretenden Kopfschmerzen über einen Zeitraum von sechs Wochen hinweg untersuchten. Die Teilnehmer tranken täglich koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Limonade oder Energy-Drinks und dokumentierten ihren Konsum.

Außerdem wurden von den Probanden Angaben zu den Schmerzen gemacht, welche Medikamente sie einnahmen, aber auch über das Einsetzen von Schmerzen, die jeweilige Dauer und der Schmerzintensität Ebenso wurden Fragen zu anderen zu anderen Faktoren wie Alkoholkonsum, körperliche Aktivität, Depressions-Symptome oder psychischer Belastungen, Schlafmuster und Menstruationszyklen abgefragt und notiert.

Komplexes Zusammenspiel

Laut Forschungsleiterin Elizabeth Mostofsky sei die Wirksamkeit von Koffein sehr komplex. Auf der einen Seite kann es Schmerzen auslösen, auf der anderen Seite aber auch bei der Kontrolle von Symptomen helfen. Wie Kaffee wirkt, hänge, so die Wissenschaftlerin allein von der Dosis und Häufigkeit des Konsums ab. Ein bis zwei koffeinhaltige Getränke pro Tag wirken sich nicht drastisch auf das Auftreten von Migräneattacken aus.

Trotzdem zeigte die Studie, dass Koffein neben Aspekten wie Wetter, Stress und Schlafstörungen ein Auslöser von Migräne sein kann. Andere Studien benennen auch den Kaffee als komplexes Gemisch aus zum Beispiel über 1.000 bioaktiven Verbindungen mit antioxidativen, entzündungshemmenden und krebshemmenden Wirkungen. Zu den wichtigsten Wirkstoffen gehören neben dem Koffein weitere natürliche chemische Verbindungen wie die Kaffeesäure.

Jeder Mensch verarbeitet genetisch bedingt, die zahlreichen im Kaffee enthaltenen Stoffe unterschiedlich. Auch die eigene Darmflora, also der Zusammensetzung der Bakterien im Dickdarm, zusammen, spielt eine Rolle wie Menschen auf koffeinhaltige Getränke reagieren.

Kaffee als gesundes Genussmittel

Es gibt inzwischen Hunderte von Studien über Kaffee, eben auch zahlreiche von Geldgebern, die mit dem weltweiten Handel der braunen Bohnen gute Geschäfte machen. Aber es gibt auch unabhängige Studien. Zahlreiche Studien belegen offenkundig, dass regelmäßiger Kaffeeverzehr das Risiko für bestimmte Krankheiten deutlich senken konnte.

So soll die Wahrscheinlichkeit für Vieltrinker, an Krebs zu erkranken zum Beispiel um 18 Prozent geringer sein als bei Wenigtrinkern. Das gelte für bestimmte Krebsarten, unter anderem für Prostatakrebs, Leukämie und Leberkrebs. Kaffeetrinker sollen auch seltener an Diabetes Typ 2 erkranken, so zahlreiche Studienergebnisse.

Ein höherer Kaffeekonsum soll sogar auch mit einem geringeren Risiko für Parkinson, Demenz, Alzheimer und Depressionen einhergehen. Auch Leber und Stoffwechsel sollen profitieren und das Risiko für eine Leberzirrhose deutlich geringer sein und die braune Bohne soll vor allem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern, etwa für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Und was viele überrascht hat: Kaffee hat laut Studienergebnissen keinen Einfluss auf Menschen mit Bluthochdruck.

Kaffee als Droge oder Krankmacher

All diese Positiveffekte sind immer wieder zu lesen. Allerdings streiten sich die Geister auch bis heute, ob Kaffee tatsächlich gesundheitsfördernd ist oder nicht. Kritiker betonen immer wieder, das Getränk sei ein Aufputschmittel und mache süchtig. Viele Heilpraktiker raten ebenfalls, Kaffee in Maßen zu genießen oder ganz weg zu lassen. Sie betonen die negativen Gesundheitseffekte und Auswirkungen von Kaffee auf den menschlichen Organismus mit:

  • Kaffee verbraucht wichtige B-Vitamine und führe so zum Vitamin-B-Mangel.
  • Stresshormone wie Adrenalin werden schlechter abgebaut.
  • Abbau von Stresshormonen werde blockiert und damit der Cholesterinspiegel erhöht.
  • Auch Sexualhormone würden herunterreguliert.
  • Stoppe die Fettverbrennung, solange das Stresshormon Cortisol im Blut sei.
  • Koffeinhaltige Getränke verhindern die Eisenaufnahme.
  • Die Atmungsintensität von Zellen werde um bis zu 70 % gesenkt.
  • Kaffee reduziere das beruhigend wirkende Neurotransmitter Serotonin.
  • Wichtiges Magnesium und Calcium werden vermehrt über den Urin ausgeschieden.
  • Personen mit empfindlichen Magen-Darm reagieren mit Durchfall, Übelkeit, Sodbrennen.
  • Kaffee erzeuge Unruhe im Gefäßsystem und erhöhe den Blutdruck sehr wohl.
  • Haut, Haare + Nägel bekämen nicht mehr genug Nährstoffe.
  • Fördert Heißhungerattacken, da Stresshormone Glukose aufbrauchen.
  • Kaffee wirke säurebildend und viel Säure fördere Entzündungen im Körper.

Verträglichkeit von Kaffee

Die Liste von „Kaffee ist“ und „Kaffee macht“ ist inzwischen endlos. Fakt ist: Wegen des Koffeins vertragen viele Menschen Kaffee nicht gut wie auch schwangere Frauen. Auch der Fötus kann den Stoff nicht abbauen, wodurch Kinder ein geringeres Geburtsgewicht aufweisen können.

Menschen, die für sich spüren, dass sie Kaffee nicht gut vertragen, mit Zittern reagieren sowie Herzrasen, Magenschmerzen oder sich noch gestresster fühlen, sollten nicht auf Studien hören, sondern auf den eigenen Körper und auf Kaffee verzichten oder den Konsum reduzieren.

Wer unsicher ist, ob Kaffee manch aufgezählter Beschwerden verursacht, kann einfach im Selbsttest drei Wochen lang Kaffeeverzicht üben und beobachten, ob es körperliche Veränderungen gibt, und sich vielleicht sogar obendrein noch Stimmung oder morgentlicher Energiepegel ändern.

(gmv)

Datum: 15.08.2019
Rubrik: Service & Wissen
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