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Verstanden

Wie Ängste überwunden werden

Volkskrankheit Panikattacke – was tun?

Sie ist eine Form der Angststörung: die Panikattacke und sie kann, unabhängig vom Alter, jeden treffen. Laut Schätzungen sind über 12 Millionen Deutsche betroffen, und Frauen leiden häufiger als Männer darunter. Zum Ausbruch kommen Panikattacken häufig in schwierigen Lebenssituationen wie unverarbeitete Konflikte sowie verdrängte Gefühle oder immenser Stress.

Sich der Angst stellen

Ist Stress nichts anderes als Angst? Eine interessante Frage, finden Experten. Fakt ist: Chronisch gestresste Menschen sind anfälliger. Da sind sich die Therapeuten einig. Ängste sind vielschichtig: Flug- oder Beziehungsangst. Vor allem ist Angst eine natürliche Schutzfunktion des Körpers, um zu überleben. Wer jedoch regelmäßig in Angstzuständen oder Panikattacken landet, muss etwas verändern und sich seiner Angst stellen.

Wer dies nicht tut, wird möglicherweise im Alltag von seiner Angst überrollt und dann könnte es gefährlich werden wie etwa im Straßenverkehr. Panikattacken sind nicht plan- oder kalkulierbar, weiß auch Dr. Andrea Krüger, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Asklepios Klinik Nord: „Panikattacken kommen meist aus heiterem Himmel", abrupt, ohne Vorankündigung, tags- u nachtsüber und sind nicht auf spezifische Situationen bezogen“.

Körperliche Signale

Bei Angstzuständen oder Panikattacken kommt es zu körperlichen Symptomen: Das Herz klopft, die Hände zittern, der Atem stockt, die gesamten Körpermuskeln verkrampfen, der Körper schwitzt, der Mund wird trocken und der Blick starrt nach vorn. Es kann zum psychischen Kontrollverlust kommen wie die Angst zu sterben, zu verunfallen oder gar verrückt zu werden.

Krüger rät, wenn somatische Ursachen ausgeschlossen sind und eine Panikstörung diagnostiziert wurde, sollte professionelle Hilfe gesucht oder bereits erlernte Strategien angewendet werden. Sie betont dabei: „Keine Rescue-Tropfen oder andere Beruhigungstabletten einnehmen, Symptome googeln, wiederholtes Aufsuchen von Notaufnahmen oder Ärzten“.

Therapie bei Panikattacken

Es gibt zahlreiche Märchen über Panikattacken. Sei seien lebensgefährlich, nicht behandelbar, halten über Stunden an, man würde sie nicht los oder sie bleiben für immer. Doch das alles sind und bleiben Märchen, wissen Experten. Wer unter Panikattacken leidet, sollte mit einer vertrauten Person sprechen, eine kognitive Verhaltenstherapie anstreben und vor allem seinen Notfallkoffer dabeihaben. Dieser besteht, so Krüger, aus einer gezielt erlernten Atemtechnik, selbstberuhigenden Gedanken oder Sätze sowie Wahrnehmungslenkung.

Bei einer stark ausgeprägten Angststörung, zu der auch noch eine Depression kommt, verschreiben Ärzte mitunter zusätzlich zur Verhaltenstherapie auch Medikamente. Aus der Erfahrung weiß Krüger: „Viel zu oft werden schnell rezeptpflichtige „Beruhigungsmedikamente“ verordnet. Diese sind keine dauerhafte Lösung oder Hilfe für die Betroffenen und einige Medikamente haben auch ein Abhängigkeitspotential. Sie wünscht sich auch mehr Aufklärung und einen gewissenhaften Umgang mit Psychotherapie durch ärztliche Kollegen.

Einnahme von Aufputschmitteln

Auf regelmäßigen Kaffeegenuss sowie Alkohol und Nikotin sollte verzichtet werden. Aufputschmittel erhöhen für den Körper den Stresslevel und begünstigen so weitere Panikattacken und Angststörungen.

Manche Betroffene versuchen ihre Panikattacke selbst in den Griff zu bekommen. Auch für sie gilt mit einer Person ihres Vertrauens über eigene Ängste zu sprechen. Zudem kann Entspannung dauerhafte Abhilfe schaffen. Betroffene berichten über gute Erfahrungen mit autogenem Training, Meditation und Qi Gong, vor allem mit der bewussten Lenkung eines verlangsamten Atems.

(Autorin: Gertrud Maria Vaske)

Datum: 16.08.2019
Rubrik: Service & Wissen
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