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Verstanden

Mehr Sprechstunden durch finanzielle Anreize

Schneller zum Facharzt

Schluss mit der Warterei? Manche Patienten warten Monate auf einen Facharzttermin. Das war auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu lang. Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) soll sich das ändern. Ab September bekommen Hausärzte, die dringenden Patienten einen Facharzt-Termin innerhalb von vier Tagen vermitteln, zehn Euro Prämie von der Krankenkasse. Eine extra Vergütung für den Arzt gibt es künftig auch, wenn Praxen Patienten aufnehmen, die noch nie oder mindestens zwei Jahre nicht bei ihnen waren.

Patienten haben jetzt verschiedene Möglichkeiten einen Facharzttermin zu erhalten. Alisa Kostenow von der Finanztest erklärt heute im ARD-Morgenmagazin: „Der Vorteil ist, wenn man über die Krankenkasse geht oder über den Hausarzt, hat man eher die Chance, einen Termin beim Wunschfacharzt zu bekommen“. Experten wissen, wer über die neuen sogenannten Terminservicestellen kontaktet, muss den Termin nehmen, der Patienten angeboten wurde.

Offene Sprechstunden bei Fachärzten

Bestimmte Fachärzte wie Frauen-, Augen- oder Ohrenärzte müssen nun offene Sprechzeiten in die Praxisabläufe integrieren. Ab sofort müssen sie innerhalb der Wochenstunden-Sprechzeit mindestens fünf Stunden lang eine offene Sprechzeit ohne Anmeldung anbieten. Dafür erhalten die Fachärzte mehr Geld.

Fakt ist, niedergelassene Ärzte arbeiten durchschnittlich 50 Stunden pro Woche. Ob Patienten nun wirklich schneller bei Fachärzten vorstellig werden und diese die finanziellen Anreize annehmen, dürften in den nächsten Monaten erste Erfahrungswerte zeigen.

Bessere Kassenleistungen – schnellere Behandlungen

Es war das große Ziel der SPD, lange Wartezeiten für Kassenpatienten zu reduzieren. Hintergrund: Bislang bekamen Privatversicherte wesentlich schneller Termine bei Fachärzten als Kassenpatienten, die bislang häufig Monate auf einen ersten Termin warten mussten.

Nachdem das neue Terminservicegesetz in Teilen schon ab Mai in Kraft getreten ist, gibt es jetzt neue Anreize für Ärzte um schnellere Behandlungstermine anbieten zu können. Und auch die Leistungen der Krankenkasse und die Versorgung soll verbessert werden. Zumindest sind das die offiziellen neuen Ziele des neuen TSV-Gesetzes.

Was das Terminservice- und Versorgungsgesetz sonst noch so leisten soll:

  • Ein weiterer Kern des Gesetzes ist der Ausbau der Terminservicestellen. Sie sollen zentrale Anlaufstellen für Patienten werden und 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche erreichbar sein und ab dem 01.01.2020 auch für die ambulante Versorgung und Notfälle zur Verfügung stehen.
  • Parallel dazu wird das Mindestsprechstundenangebot der Vertragsärzte erhöht. In unterversorgten Gebieten müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen künftig eigene Praxen eröffnen oder Versorgungsalternativen anbieten. Außerdem wird der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung um zusätzliche Angebote erweitert. Die Krankenkassen müssen zudem für ihre Versicherten spätestens ab 2021 elektronische Patientenakten anbieten.
  • Auch werden Terminvermittlung zu Haus- und Kinderärzten geboten sowie Unterstützung bei der Suche nach dauerhaft versorgenden Haus-, Kinder- und Jugendärzten.
  • Es gilt eine 4-Wochenfrist auch für die Vermittlung termingebundener Kindervorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen).
  • Ab 01. Januar 2020 soll es bundesweit eine einheitliche Terminservice-Notdienstnummer geben. Sie lautet: 116117 und soll täglich 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche erreichbar sein. Unter der Telefonnummer 5555-3830  werden schon heute Termine zu Fachärzten koordiniert, allerdings nur mit Überweisungsschein und sogenanntem Dringlichkeitscode. Diese werden von Hausärzten ausgestellt.

Weitere Informationen unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/terminservice-und-versorgungsgesetz.html

(Autorin: Gertrud Maria Vaske)

Datum: 03.09.2019
Rubrik: Service & Wissen
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