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Verstanden

Neue Studie: Mindestens 30 Minuten täglich

Warum Herzkranke richtig Sport treiben sollten

Ein regelmäßiges Training schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch was nützt und was überfordert? Nun zeigt eine neue aktuelle Studie: Wer Herzinfarkt- oder Schlaganfall-Patient war oder wird, sollte nach Möglichkeit nicht zu lange im Krankenbett verweilen. Vor allem die tägliche Bewegung hilft bei der Regeneration. Jeden Tag sollten es 30 Minuten. Das ist für Herz-Kreislauf-Patienten genau die richtige Dosis wie Experten raten.

Es ist nie zu spät

Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnten von regelmäßiger körperlicher Bewegung sogar noch mehr profitieren als Gesunde. Das zumindest berichten südkoreanische Mediziner um Sang-Woo Jeong von der Seoul National University, die die Studie im European Heart Journal veröffentlichten.

Laut Mitteilung der Zeitschrift, sagte Jeong: "Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewegten sich etwas weniger als die anderen Teilnehmer, aber je mehr Sport die Leute trieben, desto geringer war das Sterberisiko in den folgenden sechs Jahren". Schon seit geraumer Zeit empfehlen Kardiologen Herz-Kreislauf-Patienten mäßigen Sport, doch nun können sie sich mit Veröffentlichung der Studie sicher sein, tägliche sportliche Aktivität regelmäßig und ausdauernd zu empfehlen.

Was die Studie offenbarte

Von etwa 440.000 untersuchten südkoreanischen Frauen und Männer im Durchschnittsalter von knapp 60 Jahren, erhielten zirka 130.000 die Diagnose einer Herz- oder Gefäßerkrankung wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall. Die übrigen 310.000 Teilnehmer waren diesbezüglich gesund. Anhand der Angaben zur Bewegung aller Probanden verglichen die Wissenschaftler diese dann mit den Todesfällen in den folgenden etwa sechs Jahren. Das Ergebnis zeigte: Die Herz-Kreislauf-Erkrankten senkten ihr Sterberisiko mit körperlicher Aktivität deutlich stärker als die gesunden Teilnehmer.

Kritisch an der aktuellen Studie zu betrachten ist, dass die Teilnehmer ihre Einschätzung zur Bewegung nur in Form von Selbstangaben zu Beginn der Studie machten. Außerdem könnten die Ergebnisse beeinflusst sein, zumal gesündere Menschen in der Regel auch grundsätzlich mehr Sport treiben und eine gesündere Ernährung bevorzugen. Auch sollte berücksichtigt werden, dass das Sterberisiko zudem durch die Einnahme von Medikamenten gesenkt werde.

Sport alles andere als Mord

Allerdings wurde im Untersuchungszeitraum klar, dass Patienten, die fünfmal pro Woche eine halbe Stunde lang zügig gingen oder sich vergleichbar viel bewegten, ihr „Todesrisiko“ um 14 Prozent senkten, innerhalb der sechs Jahre zu sterben. Bei gesunden Menschen ohne Herzproblemen senkte vergleichbare Bewegung die Mortalität „nur“ um 7 Prozent. Bei ihnen stiegen die Werte kaum noch an, wenn sie ihre Sportaktivität erhöhten.

Beide Gruppen profitieren noch, Herzkranke jedoch bei intensiverer sportlicher Aktivität deutlich stärker. Sie erreichten im Studienzeitraum sogar ein ähnlich niedrigeres Sterberisiko als die herzgesunden Teilnehmer, die gar kein Sport trieben.

30 Minuten für Herz und Kreislauf

Die Autoren sind sich klar, dass schon frühere Studien gezeigt hatten, wie körperliche Fitness dazu beiträgt, Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie hohen Blutdruck, hohe Cholesterinwerte und hohen Blutzucker zu kontrollieren. Menschen, die körperlich aktiv sind, schlafen besser.

Als körperliche Aktivität zählte in der Studie nur, wenn diese mindestens 30 Minuten am Stück erfolgte. Nur bei höchster Intensität reichten auch 20 Minuten. Auch medikamentös gut eingestellte Menschen mit Herzschwäche vertrugen die tägliche Bewegung.

Regelmäßiges Training verbessert die Leistungsfähigkeit des Herzens. Das empfehlen seit geraumer Zeit auch zahlreiche Herzzentren in Deutschland. Zum einen arbeitet der Herzmuskel effizienter und die Anzahl der Herzschläge in Ruhe (Ruhepuls) sinkt. Die Durchblutung steigt durch sportliche Aktivität im gesamten Körper. Auch erleichtert eine starke Muskulatur dem Herz die Arbeit. Die Aufnahme von Sauerstoff erhöht sich durch Fitness und sollte sich durch das Training auch das Gewicht reduzieren, profitiert auch das Herz von einer möglichen Gewichtsreduktion. Tipps zum Thema Sport und Herz, auch bei Übergewicht gibt zum Beispiel die Deutsche Herzstiftung.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Sendungen und Beiträgen unter:

(gmv)

Datum: 11.09.2019
Rubrik: Service & Wissen
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