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Verstanden

Neue europäische Studie zu Zucker, Krankheiten und Krebs

Machen Süßgetränke krank?

Schon zwei Gläser täglich und das Risiko für verschiedenste Krankheiten ist erhöht? Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass zuckerhaltige Softdrinks, aber auch sogenannte Light-Getränke das Sterberisiko erhöhen sollen. Dabei ist es unerheblich, ob die Limonaden mit normalem Zucker oder künstlichen Süßungsmitteln gesüßt sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweite Langzeitstudie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), welche im Fachjournal JAMA Internal Medicine zu lesen ist.

Genau genommen reichen täglich zwei Gläser á 250 Milliliter kalorienreicher Zuckerdrink oder künstlich gesüßtes Light-Getränk aus: Das Sterberisiko der Limonaden-Konsumenten ist um 17 Prozent höher als das von Menschen, die weniger als ein Glas dieser Art von Softdrinks im Monat zu sich nehmen. Personen, die zuckergesüßte Getränke konsumierten, litten vor allem an Erkrankungen des Verdauungstrakts. Light-Produkte-Konsumenten hingegen hatten öfter Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System.

Problem von keiner oder zur kalorienreichen Sättigung

Zuckerhaltige und fruktosehaltige Süßgetränke erhöhen die Kalorienzufuhr, ohne eine wirkliche Sättigung für den Körper zu erzeugen. Sie gelten deshalb als wichtige Ursache für die hohen Adipositas-Raten und Zunahme übergewichtiger Menschen vieler westlicher Länder. Auch zuckerfreie Süßgetränke werden von Ernährungsmedizinern kritisch gesehen, da sie genau wie alle Süßgetränke den Appetit anregen, der nach dem Verzehr meist mit „echten“ Kalorien befriedigt wird.

Laut Studie stellen zuckerhaltige Softdrinks ebenso sowohl für dickere und normalgewichtige Menschen eine Gesundheitsgefahr dar, was vermutlich am hohen glykämischen Index der mit Zucker gesüßten Getränke liegen könnte. Ist der Glukosewert und damit der glykämische Index im Blut dauerhaft oder häufig erhöht, führt dies langfristig zur Insulinresistenz, Fettleibigkeit und Entzündungen.

Studienergebnisse zur süßen Trinkmenge

In der Studie fanden die IARC-Forscher heraus, dass spätestens bei der Trinkmenge ab 100 bis 200 ml am Tag stieg das Sterberisiko mit zunehmender Dosis stetig an. Die Forscher begleiteten von 1992 bis 2000 mehr als 450.000 Menschen aus zehn europäischen Ländern und befragten diese zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

Das Team um Neil Murphy der IARC in Lyon sollte ursprünglich nur den Einfluss der Ernährung auf Krebserkrankungen untersuchen, die in den Ländern in Krebsregistern erfasst werden. Durch einen Abgleich mit den Sterberegistern konnten auch die Auswirkungen der Ernährung auf andere Faktoren untersucht werden.

Von den 451.743 Teilnehmern, die bei der Befragung nicht an Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten, verstarben nach einer Nachbeobachtungszeit von 16,1 Jahren 41.693 Probanden:18.003 an Krebs, 9.106 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 1.213 an Verdauungskrankheiten. Murphy vermutet zudem, dass sich dahinter vor allem auch Leberkrankungen verbergen könnten, da die in den Süßgetränken enthaltene Fruktose die Entwicklung einer nicht-alkoholischen Fettleber fördert.

Zucker und Krebs

Ein direktes erhöhtes Risiko auf Krebserkrankungen ermittelten die IARC-Forscher in der aktuellen Studie nicht. Bei regelmäßigem Softdrink-Konsum steigt jedoch das Risiko für weitere Krankheiten wie Parkinson. Die für die WHO arbeitende Agentur hatte bereits in früheren Monografien das im Karamell von Cola und anderen gefärbten Getränken enthaltene 4-Methylimidazol als möglicherweise krebserregend für den Menschen (Gruppe 2B) eingestuft.

Den Zucker-Krebs-Zusammenhang stellte erst im Juli die NutriNet-Santé-Studie her. Forscher begleiteten in der großangelegten Studie mehr als 100.000 erwachsener Franzosen über einen Zeitraum von zirka fünf Jahren. Dabei fanden sie heraus, dass schon der tägliche Verzehr von 100 Milliliter zucker- oder süßstoffhaltiger Getränke das Risiko für Krebs im Allgemeinen um bis zu 18 Prozent steigern kann, das für Brustkrebs sogar um 22 Prozent.

Süßstoffe und weitere Krankheiten

Zuvor hatte die Harward School of Public Health in Studien daraufhin gewiesen, dass einen Zusammenhang zwischen Light-Getränken und dem Risiko für Demenz, Schlaganfall, Herzerkrankungen, Diabetes und Fettleibigkeit und dem metabolischen Syndrom bestehen kann.

Auch die American Heart Association veröffentliche im Februar eine Studie, die zeigte, dass der Konsum von zwei oder mehr gesüßten Getränken pro Tag das Risiko für verschiedene Herzkrankheiten steigern kann. Dazu zählen Herzinfarkte und Schlaganfälle, die durch einen Blutklumpen bzw. Gerinsel ausgelöst wurden.

Vorsicht mit Studien

Kritiker bewerten es als positiv, dass nicht nur zu Beginn der aktuell vorliegenden IARC-Studie, das Forschungsteam die generellen Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer im Erstgespräch abklärte, sondern diese außerdem im Anschluss - je nach Land - entweder regelmäßig Fragebögen zu ihren Ernährung und ihrem Gesundheitszustand ausfüllen ließen oder mit ihnen persönliche Interviews dazu führten.

Trotzdem sind Beobachtungsstudien und alle ähnlichen Studien grundsätzlich auch mit Vorsicht zu genießen. Sie können nur beobachten und darlegen, was Teilnehmer mitgeteilt haben. Sie können zudem keine direkten Zusammenhänge zwischen Auslöser und Erkrankung herstellen und nicht präzise beantworten, weshalb genau die Wahrscheinlichkeit für manche Krankheiten höher war. Dennoch spricht generell vieles dafür, auf hochgesüßte Getränke und Lightdrinks zu verzichten.

Weitere Informationen zum Thema Zucker und Krankheiten finden Sie unter:

(gmv)

Datum: 12.09.2019
Rubrik: Service & Wissen
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