Informationen über Cookies auf dieser Website

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Verstanden

Wie gefährlich ist die späte Geburt wirklich?

Geburt mit 40 plus? Mehr ältere Mütter in Deutschland

Kind oder Karriere oder beides? Die meisten Frauen wissen, spät gebären, ist mit Risiko und zusätzlichen Untersuchungen verbunden. Das schreckt Deutschlands Frauen jedoch nicht ab. Im Gegenteil: Laut Statistischem Bundesamt werden Mütter hierzulande immer älter. Auch steigt der Trend zu mehr Kindern.

Im vergangenen Jahr kamen 787.500 Kinder zur Welt. Das sind 2600 mehr als im Vorjahr 2017. Beim Alter der Mütter gibt es deutliche Tendenzen.

Zahl der Spätgebärenden vervierfacht

Die neuen Zahlen belegen eine Zunahme an Müttern, die bei der Geburt ihres Kindes 40 Jahre oder älter sind. 2018 waren es etwa 42.800 Entbindungen. Das sind mehr als fünf Prozent aller Geburten. Laut Statistiker seien 88 Babys pro 1000 Frauen in dieser Altersgruppe zwar noch immer relativ gering, aber im Vergleich zu 1990 habe sich die Zahl jedoch fast vervierfacht.

Der Trend zur späteren Mutterschaft hat viele Gründe. Frauen arbeiten mehr und schieben den Kinderwunsch immer weiter nach hinten. Aber auch der medizinische Fortschritt wie künstliche Befruchtungen oder Hormontherapien ermöglicht, später Mutter zu werden, als es früher der Fall war.

Biologisch gesehen liegt das ideale Alter für eine Schwangerschaft zwischen 20 und 30 Jahren. Wer sich gesund ernähre, regelmäßig bewege und auf Alkohol und Nikotin verzichte, habe aber auch noch mit über 35 gute Chancen, problemlos schwanger zu werden und ein gesundes Kind zu gebären, heißt es von Gynäkologen.

Hohe Geburtenrate in Niedersachsen und Brandenburg

Wie in jedem Jahr gibt es auch im Jahr 2018 regionale Unterschiede bei der Zahl der Neugeborenen. Eine besonders hohe Geburtenziffer verzeichneten Niedersachsen und Brandenburg mit 1,62 sowie Sachsen-Anhalt mit 1,61 Kindern pro Frau. In Nordrhein-Westfalen, Bremen, Thüringen und Sachsen erblickten pro Frau im Durschnitt 1,6 Kinder das Licht der Erde.

Niedriger fiel die Ziffer vor allem in Städten wie Hamburg und Berlin aus sowie im Saarland mit weniger als 1,5 Kinder pro Frau. Gemessen an der Einwohnerzahl hingegen waren Hamburg und Berlin laut Destatis "besonders geburtenreich".

Mehr Kinder in den neuen Bundesländern

Auf 1.000 Einwohner kamen in Hamburg zwölf und in Berlin, ebenso wie in Bremen, elf Kinder. Alle anderen Bundesländer lagen mit neun oder zehn Babys pro 1000 Einwohner im Mittelfeld. Die Unterschiede spiegeln vor allem verschiedene Altersstrukturen der Bevölkerung wider.

Berücksichtigt man diese, bekommen Frauen in den neuen Bundesländern noch etwas mehr Kinder als Frauen in den alten Bundesländern. Während die zusammengefasste Geburtenziffer in den neuen Bundesländern ohne Berlin bei 1,6 lag, betrug sie im früheren Bundesgebiet ohne Berlin 1,58.

Auswirkungen älterer Mütter auf die Schwangerschaft

Ist eine Frau 35 Jahre alt, gilt sie in der Medizin als Spätgebärende. Die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung bei dem ungeborenen Kind steigt ab diesem Alter. Aus diesem Grund bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen Zusatz-Untersuchungen, die über die normale Schwangerschaftsvorsorge hinausreichen.

Dazu gehören die Fruchtwasseruntersuchung oder eine Chorionzottenbiopse. Sie geben Aufschluss über einen möglichen Gendefekt des Kindes. Eine der häufigsten Störungen ist die Trisomie 21, auch als Down-Syndrom bekannt. Die meisten Babys von Spätgebärenden kommen trotz der Risiken gesund zur Welt. Es gibt darüber hinaus keine weiteren Erkenntnisse, dass Kinder von reifen Müttern häufiger an weiteren gesundheitlichen Schäden leiden als der Nachwuchs von jüngeren.

Gesunde Babies - Komplikationen für ältere Schwangere

So betreffen Schwangerschaftskomplikationen alle Altersgruppen. Das Risiko auf Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Schwangerschaftsdiabetes steigt jedoch beinah um das doppelte von 10,5 auf 19 Prozent ab einem Alter von 35 Jahren an. Diese Beschwerden sind vorübergehend und individuell vom Schwangerschaftsverlauf abhängig.

Eine regelmäßige Überwachung beim Gynäkologen ist für ältere Schwangere deshalb ratsam. Häufig entbinden reifere Frauen per Kaiserschnitt. Dies ist jedoch kein Muss. Das entscheidet jede Frau für sich oder aufgrund von medizinischen Funktionsstörungen. Dazu gehören beispielsweise Blutungen aufgrund einer tief liegenden Plazenta, Beschwerden des Nervensystems oder gutartige Wucherungen in der Gebärmutter sowie ein poröses Gebärmutter-Gewebe sein. Diese Komplikationen sind auch bei jüngeren Schwangeren nicht ausgeschlossen. Auch gilt es zu berücksichtigen, ob es sich um eine Erst- oder Folgeschwangerschaft handelt.

(gmv)

 

Datum: 13.09.2019
Rubrik: Service & Wissen
Das könnte Sie auch interessieren