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Verstanden

Suchtbericht und US-Umfrage für E-Zigarette mit süßem Geschmack

Werbeverbot für Raucher und Dampfer?

Insgesamt geht die Zahl der Raucher in Deutschland zurück, doch der Konsum von E-Zigaretten bei Jugendlichen steigt. Die neue Drogenbeauftragte der Regierung Daniela Ludwig teilt mit: „Der Alkoholkonsum geht zurück und Zigaretten scheinen immer unbeliebter zu werden - vor allem bei Jugendlichen“. Das sei eine wirklich gute Nachricht, sagt sie, fügt aber hinzu: "Wir haben nach wie vor 120.000 Menschen, die an Tabakkonsum oder den Folgen des Rauchens sterben."

Ludwig will den Trend stoppen und fordert Werbung für Zigaretten und auch E-Zigaretten zu verbieten, sowie ein umfassendes Verbot von Plakatwerbung für das Rauchen. Es müsse so sein, dass herkömmliche Zigaretten, Erhitzer und auch E-Zigaretten nicht mehr in der großen Außenwerbung werben dürften.

Weniger Alkohol und Zigaretten

Die gute Nachricht ist, dass laut Drogen- und Suchtbericht Jugendliche weniger zu Alkohol und Zigaretten greifen, dennoch steigt E-Zigaretten-Konsum, weshalb die Drogenbeauftragte des Bundes sich für ein umfassendes Werbeverbot ausgesprochen hat. Für wann dieses geplant ist, weiß man noch nicht. Die neue Drogenbeauftragte gibt sich aber zuversichtlich, dass es noch in diesem Jahr kommen wird.

Deutschland sei schließlich das einzige Land in Europa, in dem Tabakwerbung auf Außenwänden noch erlaubt ist wie die CSU-Politikerin bei der Vorlage des neuen Drogen- und Suchtberichts sagte, denn gerade Jugendliche rauchen zwar weniger Zigaretten, aber gleichauf steige die Zahl der sogenannten "Vaper".

Mehr Konsum von E-Zigaretten mit süßem Geschmack

Auch eine aktuelle Befragung aus Los Angeles zeigt, dass Aromen in E-Zigaretten US-Jugendliche zu längerem Konsum verführen. Teenager, die E-Zigaretten mit Süßigkeiten- oder Fruchtgeschmacksrichtungen verwenden, halten eher an der Gewohnheit fest und inhalieren sogar stärker. Insgesamt wurden 478 Jugendliche aus der Region Los Angeles befragt, wie in Pediatrics veröffentlicht wurde.

Hierzulande ist die Datenlage hinsichtlich E-Zigaretten insgesamt eher mau und auch Ludwig weiß, dass die E-Zigarette kein harmloses Wellnessprodukt ist. Weiter sagt sie bei der Berichtsvorstellung. "Uns fehlen jegliche Langzeitstudien über ihre Auswirkungen auf die Gesundheit und wir merken aber, dass die E-Zigarette bei den jungen Menschen relativ gut ankommt". Auch das belegt die amerikanische Umfrage.

US-Ergebnisse Klasse 10 bis 12

Die Forscher der University of Southern California hatten Schüler von Frühjahr 2015 bis 2017 alle 6 Monate befragt, von der 10. Klasse an bis zur 12. Klasse. Dabei fanden sie heraus, dass etwa 9 von 10 Teenagern in der Studie Obst, Süßigkeiten und andere nichttraditionelle E-Zigaretten-Aromen konsumierten. Von den Jugendlichen, die diese Aromen konsumierten, nutzten 64,3 Prozent noch 6 Monate später diese. Die, die nur traditionelle Aromen wie Tabak, Menthol oder Minze dampften, kamen nur auf 42,9 Prozent.

Die neuen US-Ergebnisse unterstützen damit aktuelle Forderungen in den USA, Beschränkungen für aromatisierte E-Zigaretten durchzusetzen. Vor einem Monat hatte die Trump-Administration ein Verkaufsverbot angedroht, was jedoch bislang nicht umgesetzt wurde. Das Unternehmen Juul hatte daraufhin freiwillig einige seiner Aromen-Produkte vom Markt genommen.

Cannabis-Konsum nimmt zu

Bei den illegalen Substanzen bleibt Cannabis laut des Drogen- und Suchtberichts nach wie vor bei Erwachsenen und Jugendlichen die häufigste konsumierte Droge. Bei den Jugendlichen hatten in ihrem Leben bereits 19 Prozent Cannabis kon­sumiert und bei den jungen Erwachsenen von 18 bis 25 Jahren waren es insgesamt 42,5 Pro­zent.

Soll Cannabiskonsum für Erwachsene legalisiert oder kontrolliert abgegeben werden? Zu diesen Fragen befände man sich noch im „intensiven Abwägungsprozess mit vielen Gesprächen“.  Ludig sagt außerdem: „Ich will nicht an festgefahrenen Meinungen festhalten, aber wir müssen uns erst intern einig werden."

Weniger harte Drogen - viele Tote

Opioidhaltige Subs­tanzen, etwa wie Heroin sind bis heute in Deutschland die Hauptursache für Todesfälle durch Drogenkon­sum. Laut Bericht ist die Zahl der Drogentoten mit 1276 Personen im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr beinahe konstant geblieben. Substanzen wie Heroin, Kokain und Neue Psychoaktive Stoffe (NPS) sind dem Drogen- und Suchtbericht zufolge weniger eingenommen worden.

Aufgrund dieser stabilen Entwicklung hinsichtlich der Todesfälle hat Ludwig „absolut wenig Verständnis“ für Forderun­gen nach einer Eigenbedarfsregelung für Drogen wie Heroin oder Kokain. Schon ein einmaliger Konsum dieser harten Drogen könne zum Tode führen. „Wichtiger ist, in der Praxis die Anstrengungen für opioidabhängige Menschen zu verstär­ken“, erklärte Ludwig, etwa durch flächendeckende Substitution mit Buprenorphin oder Methadon.

(gmv)

 

Datum: 06.11.2019
Rubrik: Service & Wissen
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