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Verstanden

Aktuelle Auswertung des Bundeskriminalamts - Gewalt in Familien und sexuelle Übergriffe

Mehr Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen stellt Familienministerin Franziska Giffey heute Zahlen zu häuslicher Gewalt vor und präsentiert die Initiative «Stärker gegen Gewalt». Die Bundesregierung kooperiert mit 13 Hilfs- und Beratungsorganisationen, um gegen häusliche Gewalt vorzugehen.

In Berlin betonte sie, Gewalt gegen Frauen komme in allen sozialen Schichten und Altersgruppen vor, und die Dunkelziffer sei hoch. Die Organisationen, mit denen man zusammenarbeite, böten Hilfe für betroffene Frauen und auch für Männer, betonte die SPD-Politikerin.

Nach Zahlen des Bundeskriminalamts wurden im vergangenen Jahr rund 140.000 Fälle häuslicher Gewalt angezeigt. 122 Frauen wurden von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Bundesweit sind zahlreiche Aktionen und Pressekonferenzen zu dem Thema geplant. Die Zahl der angezeigten Gewalttaten gegen Frauen durch ihren Partner oder Ex-Partner ist einer Auswertung des Bundeskriminalamts (BKA) zufolge im vergangenen Jahr leicht angestiegen.

So setzt sich der Trend der vergangenen Jahre setzt fort. Zwar ist die Zahl der Tötungsfälle im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 um 25 gesunken. Insgesamt wurden jedoch mehr Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt: Die Zahl stieg konkret von 113.965 auf 114.393 Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt, Bedrohungen und Nötigungen durch ihre Ehemänner, Ex-Partner oder Partner wurden.  

122 Frauen Todesopfer von Gewalt

Allein im vergangenen Jahr sind in Deutschland 122 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. Die Auswertung zum Thema Partnerschaftsgewalt, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey heute in Berlin anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen vorlegen will, wurde von der Nachrichtenagentur dpa vorab in Auszügen zitiert.

Giffey sagte der dpa, die Zahlen seien nach wie vor schockierend. "Sie zeigen, dass weiterhin viel zu viele Frauen unter Gewalt von ihrem Partner oder Ex-Partner leiden. Mehr als ein Mal pro Stunde wurde 2018 eine Frau in der Partnerschaft gefährlich körperverletzt." Die Ministerin will eine bundesweite Initiative starten, um Hilfsangebote bekannter zu machen und Gewaltopfer zu ermutigen, sich Unterstützung zu holen.

Gewalt an Männern keine Seltenheit

Insgesamt seien 140.755 Menschen betroffen gewesen, über 81 Prozent davon Frauen, sagte Giffey am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Auch zahlreiche Männer werden täglich Opfer von Gewalt. 2018 wurden rund 26.000 Männer von ihren Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen bedroht, genötigt oder angegriffen. Der Trend der vergangenen Jahre, mit einem Anstieg der Fallzahlen setzt sich damit fort.

Unklar bleibt noch, ob es sich ingesamt um einen tatsächlichen Anstieg der Fälle handelt oder um ein geändertes Anzeigeverhalten der Betroffenen. Dies könnte möglicherweise eine Rolle spielen. Weil nur die angezeigten Taten gezählt werden können, wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

Hohe Dunkelziffer tatsächlicher Gewalt-Fälle

Nach früheren Angaben von Giffey sucht nur jedes fünfte Opfer überhaupt Hilfe. Hilfsorganisationen, aber auch das Bundesfamilienministerium weist auf sogenannte Dunkelfeldstudien hin, wonach jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erlebe.

Für die aktuelle Gesamt-Auswertung wurden alle zur Anzeige gebrachten Fälle von versuchter und vollendeter Gewalt zwischen Partnern und Ex-Partnern berücksichtigt: Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Übergriffe, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Freiheitsberaubung und Zuhälterei sowie Zwangsprostitution. Im Jahr 2016 wurden fast 110.000 Frauen in Deutschland Opfer von versuchten oder vollendeten Delikten.

Mehr Hilfeeinrichtungen nötig

SPD-Fraktionsvize Katja Mast hatte am Sonntag mitgeteilt, dass 35 Millionen Euro pro Jahr vom Bund in den kommenden vier Jahren vorgesehen seien, um mehr Frauen Zugang zu Hilfeeinrichtungen zu ermöglichen. Das Geld sei unter anderem für den Ausbau von Frauenhäusern gedacht.

Auch die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, verwies auf Gewalt gegen Frauen weltweit. Jährlich würden 50.000 Frauen und Mädchen von ihren Partnern oder der eigenen Familie ermordet. Sie sagte: „Jeden Tag, in allen Teilen der Welt werden Frauen und Mädchen misshandelt, verstümmelt oder ermordet - weil sie Frauen sind“.

Bundesweit sollen nun Hilfsangebote ausgebaut werden. Ende Oktober wurde dafür das Programm "Gemeinsam gegen Gewalt" vorgelegt. Allein der Bund plant laut Angaben in den kommenden Jahren 120 Millionen Euro für Investitionen von Frauenhäusern und Beratungsstellen in Deutschland ein. Hierzulande gibt es derzeit etwa 350 Frauenhäuser, die meist völlig überfüllt sind.

Was tun gegen Gewalt?

Viele Frauen fragen sich, wie sie sich als Gewaltopfer zu verhalten haben und wer ihnen Unterstützung gibt. Hier gibt es weitere hilfreiche Tipps. Auf dieser Internetseite finden Sie auch 24-Stunden-Hilfetelefonnummern bei Gewalt gegen Frauen sowie die Nummer für ein Hilfetelefon bei sexuellem Missbrauch sowie weitere Hilfsangebote.

(gmv)

 

 

 

 

 

 

Datum: 25.11.2019
Rubrik: Service & Wissen
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