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Verstanden

Neue Meta-Studie

Städte-Grün erhöht die Lebenserwartung

„Grün“ tut nicht nur der Seele und den Sinnen gut. Wer in der Nähe von Parks, Wäldern oder anderen Grünflächen lebt, darf nach den Ergebnissen einer Meta-Analyse laut Lancet Planetary Health auf ein längeres Leben hoffen.

Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heutzutage in Städten. Ausflüge in die Natur sind für viele Stadtbewohner inzwischen zu einer Ausnahme geworden. Der zunehmende Mangel an Grünflächen in den Städten schadet auch nach Ansicht von Umweltmedizinern der Gesundheit, denn der Aufenthalt im Grünen bietet nicht nur die Gelegenheit, sich sportlich zu betätigen.

Lärm und Feinstaub belasten viele Stadtbewohner. So sind Parks auch ein Ort der Stille, des sozialen Miteinanders. Zudem schützen Bäume und Grünanlagen vor den Abgasen des Verkehrs. Sie reduzieren die zunehmende Sommerhitze und werden als kostengünstige stressfreie Umgebung für Erholungspausen und Gemeinschaftsspiele genutzt.

Auswirkungen von Grünflächen messbar

Seit einiger Zeit untersuchen Epidemiologen den Einfluss von städtischem Grün auf die Gesundheit. Ein wichtiges Instrument sind dabei Satellitenaufnahmen, die den  Anteil der Grünflächen relativ einfach messen können. Ein häufig verwendeter Vegetations­index ist der NDVI (Normalized Difference Vegetation Index).

Dieser kann Werte zwischen −1 und +1 annehmen, wobei negative Werte vor allem Wasserflächen kenn­zeichnen. Auf dem Land entspricht ein Wert zwischen 0 und 0,2 einer vegetationsfreien Fläche. Dazu gehören neben den Wüsten auch viele Innenstädte. Ein Wert nahe 1 entspricht einer üppigen Vegetation.

In den letzten Jahren haben 9 Studien den NDVI mit der Lebenserwartung in Beziehung gesetzt. Die Wissenschaftler haben neun internationale Studien analysiert, in welchen insgesamt acht Millionen Personen aus sieben verschiedenen Ländern behandelt werden. Mit dabei waren Schweiz, Kanada, USA, Spanien, Italien, Australien und China. Alle Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die Nähe zu Grün­flächen sich günstig auf die Lebenserwartung auswirkt.

Weltweite Meta-Ergebnisse

Zwei davon Studien wurden in den USA und Kanada durchgeführt, die übrigen in Australien, China, der Schweiz, Spanien und Italien. Das Team um David Rojas-Rueda von der Colorado State University hat die Ergebnisse in einer Meta-Analyse zusammengefasst.

Heraus kam, dass Menschen, die in der Nähe der Grünflächen leben, haben demnach ein geringeres Risiko, verfrüht zu sterben. Die Ergebnisse sind eindeutig: Eine größer werdende Grünfläche in urbanen Wohngebieten geht mit einer sinkenden Zahl verfrühter Todesfälle einher.

Konkret schätzt die Studie einen Rückgang von 4 Prozent bei verfrühten Todesfällen durch einen Zuwachs von 0,1 Prozent Vegetation für Menschen ein, die in einem Umkreis von 500 Metern um die Grünflächen leben.

Mehr Grün planen und pflanzen

Die Forscher wollen nun die genaue Zahl an vorzeitigen Todesfällen identifizieren, welche verhindert werden könnten, wenn Städte ihre ambitionierten Ziele hinsichtlich einer wachsenden gründen Infrastruktur realisieren würden.

Diese Forschungsergebnisse können neben anderen zusätzlich von Städteplanern und Baubehörden  genutzt werden, um Maßnahmen für mehr Grünflächen im Sinne der öffentlichen Umwelt und  Umwelt zu realisieren.

„Urbane Begrünungsprogramme sind nicht nur ein Schlüssel für die öffentliche Gesundheit“, betont auch Mark Nieuwenhuijsen, Direktor der Urban Planning, Environment and Health Initiative bei ISGlobal. Er erklärt, dass sie zudem die Biodiversität erhöhen und die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren, wodurch Städte nachhaltiger und lebenswerter werden.

(gmv)

Datum: 28.11.2019
Rubrik: Service & Wissen
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