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Verstanden

EU-Verbraucherschützer warnen! Welche Spielsachen sind unbedenklich?

Stiftung Warentest: Gefährliches Kinderspielzeug aus Plastik

Weihnachtszeit ist Geschenkezeit. Für die meisten Menschen sind die Festtage ohne Geschenkeboom kaum denkbar und so beginnt auch in diesem Jahr wieder der Run auf die billigsten Schnäppchen zur Weihnachtszeit. Doch wie hoch ist der Preis tatsächlich, wenn Kleinkinder schädliche Stoffe lutschen oder einatmen?

Gerade in diesem Jahr warnen Verbraucherschützer ganz besonders vor gesundheitsbedenklichen Kunststoffen in Kinderspielsachen. Sie können gesundheitsschädliche Chemikalien enthalten. Passend zur Weihnachtszeit melden sich zahlreiche Verbände, Initiativen und Umweltschützer und raten vom Kauf gefährlicher Kinderspielzeuge sogar in ganz Europa ab.

Spielzeug mit Schadstoffen

So erklärt Tatiana Santos vom Europäischen Umweltbüro (EEB): „Die problematischsten Spielzeuge sind die aus Plastik“. Vor allem aus China käme dabei ein großer Teil an Spielsachen mit gesundheitsschädlichen Chemikalien. „Importeure chinesischer Waren müssen deutlich mehr Druck auf ihre Lieferanten ausüben“, so Santos weiter.

Laut des Umweltverbands und nach Informationen des europaweiten Schnellwarnsystems für gefährliche Produkte Rapex wurden allein in diesem Jahr bereits um die 250 Spielzeugmodelle vom Markt genommen, nachdem Tests illegale Chemikalienkonzentrationen ergeben hatten. Etwa 80 Prozent kamen demnach aus China. Doch nicht nur schädliche Chemikalien spielten eine Rolle. Auch Spielzeuge mit Erstickungsgefahr befanden sich unter den Modellen.

 „Wo Kontrolleure die Ressourcen bekommen, die sie brauchen, machen sie hervorragende Arbeit“, sagte EEB-Mitarbeiterin Santos weiter. Die Frage sei jedoch, wie viele giftige Spielzeuge unbemerkt in die EU kämen. Deutsche Verbraucherzentralen sowie der europäische Verbraucherverband Beuc warnt in diesem Zusammenhang auch vor unbedachten Spontan- und Online-Einkäufen. Kunden sollen unbedingt auf den Kauf von Produkten verzichten, wenn diese keine Prüfsiegel enthalten.

Gefährliche Billigware aus China

Wer bei Anbietern von chinesischen Internetseiten eingekauft, sollten außerdem Elektronikgeräte, Kleidung oder Spielsachen meiden, insbesondere wenn diese unverhältnismäßig günstig seien, erklärte Beuc-Sprecher Laurens Rutten. Batteriebetriebene Puppen – sie können zwar singen und sprechen, aber auch sie enthalten Schadstoffe. Erst gerade hat Stiftung Warentest Kinder-Akustik-Spielzeuge für die aktuelle Dezember-Ausgabe getestet.

Dabei fanden sich Substanzen, die als gesundheitsgefährdend oder sogar als krebserregend gelten. Insgesamt bewerteten die Tester daher sieben der insgesamt 23 geprüften Produkte nur mit „ausreichend“ oder sogar „mangelhaft“. Doch nicht nur akustisches Spielzeug ist betroffen. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren auf die Problematik: Gefährliches Spielzeug aus China in zahlreichen Tests hingewiesen. Und trotzdem landet es immer wieder in europäischen Kinderzimmern.

Stiftung Warentest – nur eine Puppe mit "sehr gut"

Die Spielzeuge wurden auf 240 kritische Substanzen getestet. Dabei wurde am häufigsten Naphthalin nachgewiesen. Dieser Stoff steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Naphthalin und andere polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gelangten meist über verunreinigte Weichmacheröle oder Farbstoffe ins Spielzeug, erklärte Stiftung Warentest.

Kinder können sie beim Spielen in den Mund nehmen. Auch können die Stoffe über die Haut in den Körper gelangen. Auch wenn keine akute direkte Gefahr bestehe, wirkten einige PAK jedoch langfristig auf den Organismus wie es in dem Test heißt. Mit Note „sehr gut“ schnitt nur eine Akkustik-Puppe ab, die Dreamtopia-Barbie. Sie erhielt in allen Kategorien Bestnoten.

Hilfe für Eltern - Einkaufstipps für Kinderspielzeug

Wie schützen Eltern ihre Kinder gegen giftiges und gefährliches Spielzeug? Hier gibt es hilfreiche Tipps für unbedenkliche Kinderspielsachen:

·        Auf Prüfzeichen bestehen: Wie GS (Geprüfte Sicherheit). Ebenfalls bewährt hat sich das Siegel „Spiel Gut“, wobei hier keine systematischen Schadstoffprüfungen durchgeführt werden. Für das „Proof“-Zeichen des TÜV-Rheinland sowie die Label „LGA tested“ und „LGA Qualitätszertifikat“ gehören Schadstoffprüfungen. Für elektronische Spielzeuge gibt es das VDE-Kennzeichen, das etwa bei ferngesteuerten Autos wichtig ist.

·        Geruchslose Ware einkaufen: Experten empfehlen, zunächst einmal auf den Geruch zu achten. Das empfehlt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung. Kleinkindspielzeug sollte keine Duftstoffe enthalten. Strenge Gerüche sind allemal ein Alarmzeichen.

·        Auf die eigenen Sinne achten: Ist die Spielpuppe oder Uhr zu laut? Blinkt das Spielzeug zu grell? Giftige Farben in Lache oder bedenkliche Stoffe wie Blei, Arsen, Quecksilber und Cadmium sind jedoch nicht sofort erkennbar, jedoch, wenn etwas auffällig abfärbt oder sich in kurzer Zeit farblich verändert, können das Hinweise für bedenkliche Stoffe sein.

·        Bei vertrauenswürdigen Händlern kaufen: Auf einem Wochenmarkt oder im Internet bei unbekannten Händlern ist meist nicht nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen das Produkt hergestellt wurde. Seriöse Quellen informieren darüber und werben sogar auf der Verpackung oder auf der Website.

·        Pflichtangaben beachten: Das CE-Kennzeichen gibt an, dass das Produkt EU-Richtlinien erfüllt. Wenn diese Zeichen fehlen, ist das bereits ein verdächtiges Zeichen wissen Experten. Zu den Standardangaben auf der Verpackung gehört in deutscher Sprache das CE-Kennzeichen, der Name des Herstellers oder Importeurs sowie Bedien- und Pflegehinweise.

·        Datenschutz realisieren: Damit das süße Püppchen nicht zum Spion im Haus wird, raten Experten, nur von seriösen Händlern zu kaufen. Hersteller speichern mit Daten oft Nutzungverhalten, um ihr Produkt weiterzuentwickeln oder Daten entsprechend weiterzuverkaufen.

·        Die richtige Einkaufsapp laden: Vielleicht können Informationen im Netz beim Einkauf helfen. Beispielsweise die App Scan4Chem, welche vom Umweltbundesamt stammt.

·        Seriöse Informationen im Netz helfen: Die App Scan4Chem vom Umweltbundesamt sammelt Antworten von Herstellern, die bereits zu "besonders besorgniserregenden Stoffen" Auskunft gegeben haben. Einfach nur den Barcode des Spielzeugs einscannen und los geht die Recherche nach dem richtigen Spielzeug für Kleinkinder.

Autorin: Gertrud Maria Vaske

 

 

 

 

Datum: 29.11.2019
Rubrik: Service & Wissen
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