Informationen über Cookies auf dieser Website

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Verstanden

Ursachen, Diagnose und Therapien

Lebensmittel oder Keime: Was löst Aphthen aus?

Sie kommen plötzlich, befallen Lippen, Gaumen, Zunge oder Zahnfleisch und sind dann wieder spurlos verschwunden: Aphthen. Eigentlich gelten sie als harmlos. Trotzdem können sie sehr schmerzhaft sein und beim Sprechen, Trinken und Essen stören. 

Aphthen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhaut und treten meist ab dem 20. Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Auch Kinder kann es in selten Fällen erwischen.

Doch was ist eigentlich eine Aphthe? Es ist ein kleines Geschwür auf der Mundschleimhaut meist in Form von weißlichen rötlichen Flecken oder sie haben einen gelblichen Belag von etwa drei bis neun Millimeter. Dann ist die Schleimhaut entzündet. Meist verschwinden Aphthen von selbst wieder, spätestens nach zwei Wochen.

Aphthen: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Wie viele Menschen Aphthen bekommen, ist nicht eindeutig geklärt. Je nach Studie schwanken die Angaben über die Betroffenen zwischen 6 und 66 Prozent. Frauen leiden darunter häufiger als Männer. Auch Kinder können Aphthen haben. Wer sie einmal bekommen hat, wird immer wieder befallen.

Aphthen entstehen durch eine starke Reaktion des Immunsystems. Dabei stirbt Gewebe ab. Es entstehen kleine Löcher in der Mundschleimhaut und die Nervenenden liegen frei, wodurch Aphthen anfangs stark schmerzen.

Da die genauen Auslöser für die Immunreaktion bis heute ungeklärt sind, werden verschiedene mögliche Ursachen diskutiert:

  • Laut Zahnärzten beobachten: Viele Menschen leiden nach einer Erkältung an Aphthen. Vor allem wenn zudem schlechte Ernährung, wenig Schlaf und Stress zusammenkommen.
  • Hoher Stresspegel und seelische Belastung stehen ebenso im Verdacht.
  • Bei Frauen können Hormonschwankungen schuld sein.
  • Falsche Ernährungsweise durch zu viel Zucker und Gluten ist bislang nicht eindeutig als Ursache anerkannt, trotzdem steht sie im Verdacht.
  • Nahrungsdefizite: Vitamin B12-, Eisen- und Folsäuremangel.
  • Unverträgliche Nahrungsmittel: zum Beispiel Nüsse, Tomaten, Alkohol oder Zitrusfrüchte. auch durch Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln wie Konservierungsmittel oder Farbstoffe.
  • Aphthen treten vermehrt auf bei Erkrankungen, beispielsweise bei chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten, Zöliakie (chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut), HIV-Infektion, Herpesinfektion, Hand-Fuß-Mund-Krankheit oder bei Morbus Behçet (Gefäßentzündung), Sweet Syndrom (seltene Hauterkrankung), Neutropenie (Verminderung bestimmter weißer Blutzellen).
  • Immunschwäche: zum Beispiel durch chronische Krankheiten wie Diabetes.
  • Autoimmunreaktion: Das Immunsystem bekämpft das körpereigene Gewebe.
  • Viren und Bakterien könnten möglicherweise auch Auslöser sein.
  • Verletzungen der Mundschleimhaut durch eine Zahnspange oder Bissverletzungen.
  • Falschangepasster Zahnersatz oder die Zahnbürste hat das Zahnfleisch verletzt.
  • Chemische Irritation und Reaktionen: Etwa durch in der Zahnpasta enthaltenes Natriumlaurylsulfat (SLS)
  • Veränderungen des Hormonhaushalts bei Frauen
  • Erbliche Veranlagung: 40 Prozent der Betroffenen haben Familienmitglieder mit Aphthen
  • Genetische Faktoren: Habituelle Aphthen kommen familiär gehäuft vor.

Beobachtet wurde auch, dass Aphthen sich bei diesen Faktoren verschlimmern:

  • Bei Mangel an Eisen, Folsäure, Zink oder Vitamin B12
  • Einseitige Ernährung soll die Beschwerden erhöhen
  • Nahrungsmittel-Unverträglichkeit auf Gluten, das Klebereiweiß in Getreide
  • Reaktion des Körpers auf bestimmte Bakterien, zum Beispiel Streptokokken

Was gegen Aphthen hilft - Therapie

Vorbeugung ist leider nicht möglich. Betroffene sollten reizende Lebensmittel wie Alkohol, scharfes oder kantiges Essen wie harte Brotkanten meiden, damit der Heilungsprozess nicht behindert wird. Zur Schmerzlinderung kommen betäubende Salben oder Gele zum Einsatz oder es werden zur Heilung schmerzstillende und entzündungshemmende Arzneien wie Paracetamol eingesetzt.

Tetrazyklin-Lösung oder keimtötende Mundspüllösungen (möglichst ohne Alkohol) können das Risiko einer Superinfektion (Vermehrung von Keimen in einer vorhandenen Schleimhautveränderung) verringern, beschleunigen die Heilung allerdings nicht. Alternativ können pflanzliche Tinkturen aus Myrrhe, Nelke oder Rhabarberwurzel die Beschwerden abmildern.

Genaue Diagnose durch den Arzt

Wichtig ist, durch den Arzt abzuklären, ob es sich tatsächlich um Aphthen handelt oder etwa um Herpes oder Soor. Je nach Form heilen Aphthen meist innerhalb von spätestens zwei Wochen ab. Manchmal kann es aber auch Monate dauern.

Besteht eine Schleimhautveränderung über längere Zeit oder ist der Schleimhautdefekt sehr tief, sollte dringend ärztlicher Rat eingeholt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen, da sich hinter einer Schleimhautveränderung auch ein Krebsleiden verstecken kann. Durch eine Gewebeprobe (Biopsie) und weiteren Untersuchungen sollten Betroffene sich möglichst zeitnah Gewissheit verschaffen.

Gertrud Maria Vaske

Datum: 04.12.2019
Rubrik: Service & Wissen
Das könnte Sie auch interessieren