Analyse von Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu sieht Bedarf in Gesundheitsbranche

Große Kliniken schneiden schlecht ab

Eine Analyse der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu auf Basis der Bewertungen großer deutscher Krankenhäuser zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht. Der Gesundheitsbranche wird bei kununu ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.
Dieses Urteil ergibt sich schon aus dem branchenübergreifenden Quervergleich mit der auf der Plattform vertretenen Branchen. Arbeitgeber aus „Gesundheit/Soziales/Pflege“ schneiden dabei unterdurchschnittlich ab und belegen mit einem mittleren kununu-Score von 3,26 Punkten Platz 25 von insgesamt 42 Branchen. Die beliebtesten Arbeitgeber bei kununu stammen hingegen aus den Branchen Beratung/Consulting (3,69), IT (3,65) und Versicherung (3,64).
Die Analyse hat alle deutschen Krankenhäuser mit mindestens 1.000 Betten und mindestens 50 Arbeitgeberbewertungen bei kununu berücksichtigt. Im Durschnitt schneiden die Krankenhäuser aus dieser Kategorie mit einem Score von rund 3,05 noch einmal deutlich schlechter ab als die Branche „Gesundheit/Soziales/Pflege“ insgesamt. Dennoch gibt es auch zwischen den 23 im Detail analysierten großen Krankenhäusern deutliche Unterschiede. So ist der beliebteste Arbeitgeber hier das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit einem auch im Branchenvergleich überdurchschnittlichen kununu Score von 3,69.
Dem UKE folgen das Universitätsklinikum Heidelberg mit einer Bewertung von 3,65, das Universitätsklinikum Köln (3,60), das Universitätsklinikum Würzburg (3,48) sowie das Universitätsklinikum Münster (3,45).
Zu den Krankenhäusern mit der schlechtesten Bewertung zählen das Klinikum rechts der Isar (2,91), das Universitätsklinikum Jena (2,85), das Städtische Klinikum Karlsruhe (2,84), die Universitätsmedizin Mainz (2,82) sowie das Universitätsklinikum Ulm (2,65).

Fachkräftemangel: "Neue Wege finden"

„Auch für Krankenhäuser gilt, dass sie in Zeiten des Fachkräftemangels neue Wege finden müssen, um attraktive Talente anzuwerben. Hierzu gehört, das eigene Unternehmen transparent und authentisch vorzustellen, um eine attraktive Arbeitgebermarke zu präsentieren“, sagt Yenia Zaba, Director Global Communications & Brand bei kununu gegenüber health tv. kununu ist nach eigenen Angaben mit derzeit über 4 Millionen Bewertungen zu mehr als 900.000 Unternehmen die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform in Europa. Bewertungsplattformen seien ein wichtiger Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und Kandidaten, betont Yenia Zaba, „denn auch ohne gezielt danach zu suchen, kommen Bewerber früher oder später in Berührung mit Bewertungen, die Mitarbeiter oder Bewerber auf der Plattform abgegeben haben“.
Im Weiterempfehlungs-Ranking der 24 Monate rangiert das Universitätsklinikum Heidelberg mit einer Weiterempfehlungsrate von 77,5 Prozent an der Spitze, gefolgt vom Universitätsklinikum Würzburg (76,5 Prozent), der Universitätsklinik Köln (75,8 Prozent), dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (74,4%) sowie dem Universitätsklinikum Münster (69,6%).
Bewertet werden etwa Arbeitsatmosphäre, Vorgesetztenverhalten, Arbeitsbedingungen, Kollegenzusammenhalt oder Work-Life-Balance.  Betrachtet man alle bewerteten Krankenhäuser in ihrer Gesamtheit, so zeigen sich große Unterschiede in der Bewertung der einzelnen Dimensionen, analysiert die Plattform. So sind die Arbeitnehmer in deutschen Krankenhäusern durchaus zufrieden mit den Aufgabengebieten (3,64 Punkte), dem Kollegenzusammenhalt (3,55) und der Gleichberechtigung (3,54). Sehr schlecht bewertet werden die Work-Life-Balance (3,05), das Vorgesetztenverhalten (2,92) und die Kommunikation (2,91). Hier, so kununu, bestätigt sich das öffentliche Bild, demzufolge Arbeitnehmer im Gesundheitsbereich ihrem Job mit Überzeugung nachgehen, die Arbeitsbedingungen aber verbesserungswürdig sind. Auffällig ist darüber hinaus das geringe Engagement der Krankenhäuser auf der kununu-Plattform. Von der Möglichkeit, auf Bewertungen mit einem Kommentar zu reagieren, haben bislang nur vier der 23 untersuchten Krankenhäuser Gebrauch gemacht. Dabei wünschten sich Arbeitnehmer dies.
 

Datum: 11.09.2020
Rubrik: Service & Wissen
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