Immer mehr Corona UK-Mutation (B.1.1.7) in Deutschland: Spahn will kostenlose Schnelltests in Apotheken

Ab 1. März soll es in Deutschland kostenlose Coronavirus-Antigentests geben

Immer mehr Corona UK-Mutation (B.1.1.7) in Deutschland: Spahn will kostenlose Schnelltests in Apotheken

Deutschland diskutiert über neue nationale Teststrategie

Am vergangenen Freitag kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, wieder allen Personen mit Covid-19-Symptomen einen PCR-Test anbieten zu wollen. Aufgrund mangelnder Laborkapazitäten hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) im vergangenen November angekündigt, nicht mehr alle Personen, die beispielsweise Schnupfen oder Halsschmerzen haben, zu testen. Im Zuge der nur langsam anlaufenden Impfkampagne, setzt die Politik nun aber wieder verstärkt auf Tests. Auch die Schnelltest-Strategie soll künftig ausgeweitet und erweitert werden.

Eine Kombination aus normalen PCR Schnelltests und vPCR Labortest könnte den Anstieg an Mutationen verlangsamen

Per Tweet erklärte Minister Spahn gestern : »Auch Laien-Selbsttests sollen nach ihrer bald erwarteten Zulassung durch das BfArM für alle zugänglich sein. Diese Testmöglichkeiten können zu einem sicheren Alltag beitragen, gerade auch in Schulen & Kitas. Das Gesundheitsministerium steht dazu in Verhandlungen mit verschiedenen Herstellern.« Dem Vernehmen nach ist hier ein niedrigschwelliger Zugang geplant. Die Selbsttests könnten demnach gegen eine geringe Eigenbeteiligung, ähnlich wie die FFFP2-Masken an Risikopatienten, abgegeben werden.

Hilfe beim besseren Verfolgen der Mutationen 

Seit bereits Anfang des Jahres setzt die international führende Labor-Gruppe Eurofins Clinical Diagnostics seinen neuen Varianten-PCR-Test „GSD NovaType SARS-CoV-2 Detect & ID“ auch in Deutschland für den spezifischen Nachweis hoch-übertragbarer VOC ( Vertreter besorgniserregender Virusvarianten) ein. Die Ergebnisse eines Pilotversuchs zeigen: Die UK-Mutation (B.1.1.7) ist in Deutschland leider angekommen und verbreitet sich in der Bevölkerung.

In enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Gesundheitsämtern hatte Eurofins LifeCodexx in Bayern im Zeitraum vom 27. Januar bis zum 5. Februar 2021 einen Pilotversuch unternommen. Mit den proprietären variantenspezifischen PCR-Tests (vPCR) aus eigener Entwicklung führte Eurofins in sechs bayerischen Landkreisen Differenzierungen von COVID-19 Proben durch und konnte dort spezifische VOC detektieren.

Im Gegensatz zu einigen anderen im Markt befindlichen vPCR, können die Eurofins vPCR beispielsweise die britische Variante (B.1.1.7) in nur einer Analyse sicher von der südafrikanischen oder brasilianischen Variante (B.1.351 bzw. B.1.1.28) unterscheiden. In den Landkreisen Bayreuth, Traunstein, Würzburg und dem Berchtesgadener Land wurden im Rahmen des Pilotversuchs über 9.000 Tests durchgeführt. Eine genauere Analyse der positiv auf das SARS-CoV-2 getesteten Proben zeigte allerdings ein alarmierendes Bild, da die UK-Variante (B.1.1.7) bei ca. 15 Prozent aller positiven Proben nachweisbar war.

In Bayreuth wurde bei gut der Hälfte aller analysierten positiven Proben die UK-Variante nachgewiesen, wobei im Landkreis auch ein großes Krankenhaus vom Ausbruch betroffen war. Zwei weitere Landkreise im Grenzgebiet waren Teil der Pilotphase: Wunsiedel und Tirschenreuth. Während in Wunsiedel knapp 8.000 Proben analysiert wurden, testete man in Tirschenreuth ca. 5.000 Proben.

Auch hier zeigte sich: Die UK-Variante konnte in 65 Prozent bzw. 70 Prozent (Tirschenreuth) aller positiven Proben nachgewiesen werden. Der gesicherte Nachweis eines solch hohen Anteils der UK-Variante in beiden grenznahen Landkreisen ermöglichte die Erkennung von grenzüberschreitenden Ausbreitungsmustern in diesen Gefährdungsgebieten, welche durch ein hohes Aufkommen von Pendlern und grenzüberschreitenden Verkehr geprägt sind.

Anstieg der UK-Variante auch in NRW detektiert

Neben den Bayerischen Laboren konnten auch die Eurofins Clinical Diagnostics Labore in Nordrhein-Westfalen hochübertragbare Mutationen nachweisen: In den medizinischen Laboren Gelsenkirchen und Iserlohn stieg von der dritten zur vierten Kalenderwoche 2021 der Anteil der UK-Variante unter allen SARS-CoV-2 Virusnachweisen von 1.4 Prozent auf 5.6 Prozent deutlich an. Die Gesamtpositivrate lag an beiden Standorten bei ca. acht Prozent. Damit konnte in NRW auch die zunehmende Verbreitung der britischen Variante (B.1.1.7) in der Bevölkerung nachgewiesen werden. 

Spahn kündigte daher am Dienstag per Twitter an: »Ab 1. März sollen alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können. Sie sind mittlerweile ausreichend am Markt verfügbar. Die Kommunen können ihre Testzentren oder Apotheken mit solchen Angeboten beauftragen.Laut dpa-Mitteilung sollen die kostenlosen Tests vom Bund bezahlt werden. Wie genau dieser Plan aussehen wird, ist aber noch unklar. Damit will Deutschland aber den Plänen seines Nachbarlands Österreich folgen. Dort ermöglicht die Regierung bereits seit einer Woche kostenlose Schnelltests in den Apotheken.

Quelle: dpa + eurofins 

Bild: eurofins

 

Datum: 17.02.2021
Rubrik: Service & Wissen
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