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Mode für Mollige und was zu beachten ist

Keiner sollte seine Kurven verstecken

15.09.2020 von health TV

Keiner sollte seine Kurven verstecken

Hilfe, was ziehe ich an?! Eine Frage, die sich viele von uns stellen, wenn sie morgens vor ihrem Kleiderschrank stehen. Mode soll Spaß machen. Mode sollte den eigenen Typ unterstreichen und sich gut anfühlen. Doch das ist halt manchmal gar nicht so einfach. Wie finde ich die perfekten Kleidungsstücke für mich? Was betont meine Vorzüge - auch jenseits einer Größe 44?

Jeden Morgen das gleiche Dilemma: Die rote Bluse ist hübsch. Aber zu welcher Hose passt sie? Und überhaupt: die Hose kneift am Bund. Vielleicht sollte man doch besser den schwarzen Pullover nehmen? Schwarz macht ja angeblich auch schlank. So oder ähnlich geht es vielen von uns, wenn sie vor ihren - meist übervollen - Kleiderschränken stehen und trotzdem gefühlt nichts anzuziehen haben. Gerade wenn Frau ein paar Kilos mehr auf die Waage bringt, ist die Unsicherheit groß und der Wunsch, seine Kurven zu kaschieren, stark.

Kaschieren ist ein Unwort

„Das muss aber überhaupt nicht sein“, sagt die deutsche Designerin Anna Scholz die sich in ihrem Londoner Atelier auf Plus-Size-Größen spezialisiert hat. Sie hat schon Stars wie Adele, Ashley Graham und Aretha Franklin eingekleidet. Ihr wichtigster Tipp: „Steht zu eurer Größe! Mode soll Spaß machen. Es geht nicht ums Kaschieren oder Schmeicheln, sondern darum, wieder Freude daran zu haben, sich schön anzuziehen.“

Das sieht auch Modebloggerin Elisabeth Januszek so, die ihren Followern auf Instagram und auf ihrem Blog Modetipps jenseits der Kleidergröße 44 gibt. Sie hasst den Begriff kaschieren: „Ich kann im Prinzip alles tragen, wenn ich mich darin wohlfühle. Man sollte aber auf die Qualität und die Passform der Stücke achten.“ Fündig wird sie überwiegend online, beispielsweise bei ASOS, Zalando, Navabi oder Ulla Popken – die Sahnestücke der Kollektionen präsentiert sie dann ihren Fans als Inspiration.

Regeln über Bord werfen

Anna Scholz plädiert dafür, mal wieder etwas Neues auszuprobieren und alle Regeln über Bord zu werfen: „Ich darf keine weiße Jeans anziehen, ich muss immer lange Oberteile tragen, ich darf nichts Ärmelloses anhaben - wer macht denn diese Regeln? Wenn man die Stücke in den richtigen Proportionen kombiniert, kann man wirklich alles tragen.“

Elisabeth Januszek ist aufgrund ihres Gewichts zum „Kleidermädchen“ geworden. Sie empfand ihren großen Bauch immer als Problemzone und wollte ihn deshalb nicht noch zusätzlich betonen. Die Lösung waren luftige Kleider. „Aber je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn man meinen Bauchansatz sieht. Selbst, wenn ich ‚kaschiere‘ sieht man, dass ich einen großen Bauch habe.“ Deshalb gilt für sie die eigens auferlegte Regel „Bauch verstecken“ nicht mehr und die Kleider dürfen durchaus die Taille betonen.


Die sieben Top Tipps der Mode-Expertinnen

•    Nicht schummeln: Kleidung in der richtigen Größe kaufen
•    hochwertige Stoffe wählen
•    auf die richtige Passform achten
•    Leggings nicht als Hosenersatz, sondern nur als eine Alternative zur Strumpfhose
•    Shapewear eine Nummer größer kaufen: dann quetscht nichts ein und die Silhouette wird geglättet
•    Für den Strand: Wer sich nur mit Bikini oder Badeanzug nicht wohl fühlt, greift zu Tunika, Sarong und Pareo. Wenn die Oberschenkel unangenehm aneinander reiben, schaffen kurze Jersey-Shorts unter Kleid oder Sarong Abhilfe


Die Designerin Anna Scholz hast sich auf Mode für kurvige Frauen spezialisiert. Ihre Entwürfe zeigt sie auch im Internet:
www.annascholz.com
Elisabeth Januszek gibt Modetipps jenseits der Kleidergröße 44 auf ihrem Bog und auf Instagram: www.elabonbonella.com
@elabonbonella

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