Pralles Leben

 

Tipps für Matratze und Bettausstattung

16.10.2020 von health TV

Tipps für Matratze und Bettausstattung

Ein ruhiger Schlaf ist gesund. Doch für viele ist eine durchgeschlafene Nacht nur ein wohliger Traum – in der Realität wälzt man sich von einer Seite auf die andere und ist am Morgen alles andere als erholt. Gerade, wenn ein paar Kilos mehr auf die Matratze drücken, kann ein Fehlkauf für schlaflose Nächte sorgen. Gleiches gilt für Kopfkissen und Bettdecken. In der 13. Folge von Pralles Leben mit Gewicht sprechen Birgit von Bentzel und Sylvia Kunert mit Bjoern Steinbrink. Er ist zertifizierter Schlafcoach und Schlaftrainer.


Drei Fragen an den Experten

Welcher Härtegrad der Matratze ist für wen richtig?

Bei Härtegraden ist das Problem, das diese nicht genormt sind. Das heißt, jeder Hersteller bei jeder Modell-Serie macht das anders. Es gibt Hersteller, die machen fünf Härtegrade. Viele unterteilen in drei, in die Klasssiker: soft, medium, fest. Es gibt welche, die machen nur zwei. Es gibt auch Hersteller, die machen gar keine Härtegrade. Natürlich ist klar, wenn jemand mit 50 Kilogramm Körpergewicht eine Matratze sucht, sollte er nicht bei extra fest landen. Auch im vielleicht höheren dreistelligen Gewichtsbereich sollte man nicht die extra softe Matratze nehmen. Aber leider ist der Härtegrad immer nur ein kleiner Gradmesser, den ich nutzen kann um das Richtige zu finden. Eine gewisse Festigkeit ist natürlich notwendig. Das gilt für Matratze und Lattenrost. Ganz hart sorgt aber auch dafür, dass, egal wie viel jetzt jemand wiegt, die Matratze sich nicht mehr anpassen kann. Die Matratze soll aber da nachgeben, wo es notwendig ist, z.B. im Schulterbereich und da unterstützen, wo es erforderlich ist z.B. bei Hohlkreuz, im Taillenbereich. Entscheidend ist die Körperform. Das heißt, wie breit ist die Schulter? Wie ist die Hohlkreuzausbildung? Wie breit ist das Becken? Wie sieht es mit der Taille aus? Und das alles ist deutlich effektiver bei der Suche der Matratze, als nur Größe und Gewicht. 

Brauchen übergewichtige Menschen andere Materialien als Normalgewichtige?

Es ist sicherlich so, dass z.B. ein guter Taschenfederkern atmungsaktiver ist, weil durch die einzelnen Taschenfedern Luft zirkulieren kann . Das heißt, wenn ich einfach ein bisschen mehr schwitze, weil ich übergewichtig bin, und mir grundsätzlich eher warm ist, dann ist es natürlich schöner, wenn die Feuchtigkeit besser abtransportiert wird. Und das ist beim Taschenfederkern in vielen Fällen besser als bei einem Kaltschaum. Gerade auch dann, wenn ich in der Kaltschaummatratze mehr Material brauche, um einfach die Stabilität über Jahre zu gewährleisten, wenn von oben vielleicht ein bisschen mehr Druck kommt. Auch der Matratzenbezug spielt, zum Beispiel beim Bettklima, eine Riesenrolle. Das heißt, wenn ich eine Taschenfederkernmatratze habe, aber einen unfassbar schlechten, simplen Bezug außen herum, werde ich auch schwitzen.

Gibt es das perfekte Kopfkissen? 

Leider nein. Aber, die Kopfkissen-Höhe ist absolut entscheidend. Viele Menschen schlafen in Seitenlage, und wenn das Kissen zu hoch ist, wird der Kopf weggedrückt auf die Seite. Ist es zu niedrig, fällt der Kopf herunter. Da gibt es jeweils das Problem der Verspannung. Je besser die Matratze ist, je weicher die Schulter-Zone ist, je besser das Lattenrost eingestellt ist, desto tiefer sinkt natürlich die Schulter ein. Das heißt, der Abstand zwischen Ohr und Matratze ist geringer, und ich kann ein flaches Kissen nehmen. Wenn ich in Rückenlage ein zu hohes Kissen habe, kommt der Kopf nach vorne - das bedeutt auch wieder Anspannung.

Hier könnt Ihr Euch die Audio-Version des Podcasts in voller Länge anhören.

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