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Wie wichtig das Gleichgewicht im Darm ist

Abnehmen mit Probiotika: so machen sie dich schlank

25.02.2021 von health TV

Übergewichtige Menschen besitzen ein anderes Darmmikrobiom als schlanke Menschen. Oft liegt eine Dysbiose, ein Ungleichgewicht vor. Bringen wir die Darmflora durch die richtigen probiotischen Bakterien (und präbiotischen Ballaststoffe) ins Gleichgewicht, können wir unseren Darm so auf schlank programmieren. Pro-, Prä- und Synbiotika helfen, den Weg zum Wohlfühlgewicht zu ebnen. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann ist Dermatologin und Professorin für Gesundheitsförderung und Medical Wellness an die Hochschule Coburg sowie Buchautorin.

Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann zur Bedeutung von Probiotika bei der Gewichtsabnahme:

Ob es uns leicht fällt, schlank zu bleiben oder ob wir schnell zunehmen hängt zu einem nicht unerheblichen Teil mit dem Zustand unserer Darmflora zusammen. Eine Darmflora, die durch Medikamente oder unseren Lebensstil an Vielfalt verloren hat und der wichtige „schlankmachende“ Bakterien fehlen, nutzt die täglichen Kalorien besser aus und kann so zu 6 bis 10 zusätzlichen Kilos pro Jahr führen. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Studien haben gezeigt, dass eine Ernährung, die auch die Darmflora berücksichtigt und bei der bestimmte probiotische Bakterien und präbiotische Ballaststoffe zugeführt wurden, das Abnehmen erleichtern kann. Unter anderem werden dadurch mehr Sättigungshormone ausgeschüttet und der Zuckerstoffwechsel günstig beeinflusst.

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Die wichtigsten Fragen und Antworten:

1. Was ist in so einem Probiotika denn drin? Was ist das überhaupt?

Axt-Gadermann: Unter Probiotika versteht man lebende Mikroorganismen, die unserer Gesundheit etwas Gutes tun. Man kennt das ja auch aus der Werbung von probiotischen Milchgetränken und so weiter. Also das sind lebende Bakterien, Milchsäurebakterien, Bifidobakterien, Laktokokken, die uns gut tun. Wir finden sie sowohl in Milchprodukten als auch in fermentierten Gemüsen oder in Nahrungsergänzungsmitteln.

2. Jeder hat die Möglichkeit, Probiotika zu sich zu nehmen über normale Lebensmittel, aber auch über Präparate aus der Apotheke oder dem Internet. Wo ist da der entscheidende Unterschied?

Axt-Gadermann: Wenn ich ein Probiotikum im Internet oder aus der Apotheke hole, weiß ich sehr definiert, wie viele Bakterienstämme darin enthalten ist, also wie viele Bakterien ich zum Beispiel mit einer Kapsel oder mit einem Löffel Pulver aufnehmen. Und ich weiß auch, welche Stämme darin enthalten sind. Wenn ich mir Sauerkraut zubereite oder Joghurt esse, dann weiß ich das nicht. Dann weiß ich zwar, dass da Bakterien für die Fermentation verwendet wurden, aber ich weiß weder, welche Stämme es sind, noch wie viele davon ich jetzt mit einer Portion zu mir nehme

3. Jetzt mal zur Hauptfrage: Wie können Betroffene wirklich abnehmen mit Probiotika? Wie geht das?

Axt-Gadermann: Probiotika sind teilweise geeignet zum Abnehmen, wenn ich die richtigen Stämme nehme, das lactobacillus gasseri, plantarum oder lactobacillus rhamnosus z.B., dann kann ich damit tatsächlich, das ist auch durch Studien belegt, eine Gewichtsreduktion erzielen. Wichtig ist, dass ich diese Bakterien längerfristig zu mir nehme, und dass ich mich parallel dazu auch darmfreundlich ernähre, damit diese Bakterien die Chance haben, sich mittel oder längerfristig im Darm anzusiedeln.

4. Können Sie ein paar probiotische Lebensmittel nennen, die man im Supermarkt bekommt und mit denen man nichts falsch machen kann?

Axt-Gadermann: Ja, natürlich alle fermentierten Nahrungsmittel sei es saure Gurken oder Sauerkraut oder eben auch fermentierten Milchprodukte oder auch Non-Milkprodukte, wer eben vegan lebt also auch Soja, Joghurt, Kokosjoghurt und so weiter. Die werden auch mit Bakterien fermentiert. Da nehme ich also gesunde Bakterien zu mir. Wichtig ist, dass ich das nicht mehr erhitzte, weil beim Erhitzen über 40 Grad werden natürlich die Bakterien getötet. Also Sauerkraut erhitzt, enthält zwar noch Ballaststoffe und Milchsäure, aber eben die Bakterien leider nicht mehr. Und die Präbiotika, das Bakterien-Futter bekomme ich auch im Supermarkt. Hülsenfrüchte, Knoblauch, alle Lauch-Gemüse, Haferflocken, Honig ist präbiotisch, Agavendicksaft als Süßungsmittel ist präbiotisch. Es gibt also eine ganze Reihe von Möglichkeiten, da die Darmflora aufzuforsten.

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